Gegneranalyse: FSV Mainz 05

Am Freitag geht die Reise der Knappen nach Mainz, zum akut abstiegsgefährdeten FSV. Deren Formkurve zeigt zwar vermeintlich leicht nach oben, was aber eher täuscht. Die Taktik-Analyse vor einem vielleicht doch nicht so schweren Spiel.

Mainz-05

Matija Nastasic und Domenico Tedesco betonten unter der Woche, wie schwer so ein Spiel gegen eine Mannschaft im Abstiegskampf ist. Beim Gegner würden neue Kräfte freigesetzt und man wäre zu allem bereit. Gerade das haben die Mainzer allerdings im „6-Punkte-Spiel“ gegen den Hamburger SV vermissen lassen. Was zeichnet die Mannschaft von Sandro Schwarz also aus?

Mainz lief zuletzt in einem flachen 3-5-2 auf, was situativ in ein 3-1-4-2 überging. Sie gehören zu den Mannschaften, die vorwiegend mannorientiert verteidigen, wovon wir die Vor- und Nachteile schon an anderer Stelle betrachtet haben. Je nach Spielverlauf zieht sich Mainz mal sehr weit zurück und verteidigt im 5-3-2, mal schalten sie auf Offensivpressing um. Letzteres ist wohl auch die größte Stärke der 05-er: Balleroberungen nah am gegnerischen Tor, das Erkämpfen von zweiten Bällen nach langen Pässen und der schnelle Torabschluss. 29 erzielte Tore sind kein schlechter Wert in der Bundesliga.

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So kurz und knapp fällt die Analyse der Stärken aus. Die Schwächen hingegen sind durchaus tiefgreifend.

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Zunächst einmal zieht Mainz gerne die Ketten sehr weit auseinander. Dadurch entstehen zwar nicht nur Räume für den Gegner, sondern auch für sie selbst. Aber diese muss man dann eben auch besser zu nutzen wissen als der Gegner. Das war nicht oft der Fall, insbesondere Teams der vorderen Plätze haben so relativ leichtes Spiel (3 Punkte gegen Mannschaften von Platz 7 aufwärts). Zudem fehlt es an einem klaren Spielaufbau, vor allem die Abwehr trägt sehr wenig dazu bei. Auch wenn der Gegner die Abwehrreihe nicht anläuft, positionieren sich die Verteidiger oft weit in der eigenen Hälfte und schlagen viele weite Bälle nach vorne. Natürlich ist das Teil des Plans, zweite Bälle offensiv zu ergattern, aber ein Umschalten auf Ballbesitzspiel scheint den Mainzern nicht möglich. Baut man doch einmal mit kürzeren Pässen auf, so geschieht das stets über außen. Dank des fehlenden Tempos dort müssen Spieler aus der Zentrale mit verschieben, wodurch wiederum die Anspielstationen fehlen. Wenn dann, wie zuletzt gegen Hamburg, sogar die Einstellung und Laufbereitschaft fehlen, dann sieht es für Mainz ziemlich düster aus.

Gegen den Zweitplatzierten aus Gelsenkirchen scheint das also eine eindeutige Angelegenheit zu sein. Und genau das ist es wohl, wovor sich die Schalker fürchten. Denn wenn man nicht hellwach verteidigt und die zweiten Bälle abgibt, dann kann Mainz eben doch gefährlich werden. Aber genau das war in der Vergangenheit die Stärke der Knappen: hellwach und diszipliniert die zweiten Bälle sichern. Und da man das noch dazu viel besser kann als die Mainzer, ist die Aufgabe am Freitag durchaus lösbar.

Funfact: In der Hinrunde wurde das Spiel gegen Mainz mit 2:0 gewonnen und war somit das dritte Spiel in Folge ohne Niederlage (von insgesamt 11). In der Rückrunde konnte man durch den Sieg gegen Hoffenheim die Serie schon ein Spiel früher starten. Knüpft man an diese Leistung an, so könnte man die Saison mit 12 ungeschlagenen Spielen in Serie beenden. Danach sieht es im Moment zwar nicht aus, sah es nach dem 8. Spieltag aber auch nicht.

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