#DSCS04: Schalke zittert sich in die nächste Runde

Das war knapp. Der FC Schalke rettet das 3:2 gegen Arminia Bielefeld über die Zeit und zieht in das DFB-Pokal-Achtelfinale ein.

Nach einer haushoch überlegenen ersten Hälfte, in der die Schalker in Bielefeld mit 3:0 führten, entwickelte sich Halbzeit zwei zu einem echten Höllenritt für die Blau-Weiße Fangemeinde. Denn wieder einmal zeigte sich: Der Pokal hat seine eigenen Regeln.

Das ahnten auch die S04-Twittergemeinde. Bereits im Vorfeld der Partie äußerten sich zahlreiche Fans des Ruhrgebietsvereins kritisch und warnten vor der stark aufspielenden Elf der Ostwestfalen. Doch die Warnungen schienen zuerst unbegründet. Bereits nach 16 Minuten versenkte Alessandro Schöpf die Kugel sehenswert zum 1:0 für den Favoriten aus Gelsenkirchen. Bevor Benito Raman erst auf 2:0 (25.) und dann auf 3:0 (31.) erhöhte. Der Belgier, der bisher alles andere als zufrieden mit seiner Performance für den S04 war, war sichtlich erleichtert über die genutzte Chance, die ihm Trainer David Wagner am heutigen Abend gab.

Doch Benito Raman und Alessandro Schöpf waren nicht die einzigen beiden Neuen in der Start-Elf. Im Vergleich zum Revierderby, wechselte der Schalker Cheftrainer auf gleich fünf Positionen, denn Weston McKennie, konnte nach Verletzungspause wieder durchstarten,  und auch Neuzugang Ozan Kabak und Marc Uth bekamen ihre Chance.

Es schien als hätte Wagner alles richtig gemacht. Die Schalker kombinierten sich mühelos durch die Bielefelder Reihen und suchten den direkten Weg in die Spitze. Dreimal war der S04 erfolgreich, doch auch eine Sechs-Tore-Führung wäre nach Halbzeit eins nicht unverdient gewesen.

Lange Zeit wirkte es, als würde sich an der Spielverteilung in Halbzeit zwei nichts ändern. Doch die Knappen schalteten einen Gang zurück. Die Chance für die Arminia aus Bielefeld. Die Ostwestfalen gewannen ihre Sicherheit zurück und spielten sich immer mehr im Strafraum fest. In der 72. Minute gelang Klos der Anschlusstreffer und konnte damit die Schalker endgültig aus der Ruhe bringen. Fehler im Aufbau, lange, ungenaue Pässe und ein abgefälschter Ball von Soukou sorgten erneut für Jubel bei den Heimfans (77.).

In den letzten 17 Minuten (inkl. Nachspielzeit) folgte eine wildes hin und her. Den Schalkern flogen die Flanken um die Ohren und die Bielefelder schnupperten durch Klos (78.), Hartel (83.), Lucoqui (89.) und Vogelsammer (90.) sogar am 3:3. Das nicht unverdient gewesen wäre. Denn der Erstligaverein schaffte es kaum mehr den Ball aus der eigenen Hälfte zu bugsieren.

Nicht nur die Schalker-Mannschaft zeigte sich mehr als erleichtert, nachdem Manuel Gräfe die Partie abpfiff, auch Fans und Verantwortliche machten keinen Hehl daraus, dass der S04 mit einem blauen Auge davonkam.

Gestern durfte der Einzug in die nächste Runde gefeiert werden, doch heute müssen Spieler und Verantwortliche der Frage auf den Grund gehen wie man ein Spiel erst derart dominieren kann und dann so in Schlingern gerät. Ganz unabhängig vom beeindruckenden Kampfgeist, Willen und Druck, den die Bielefelder in den letzten 30 Minuten freisetzten.

 

Der Pokal hat seine eignen Regeln.