Der S04 als Entertainment-Marke: Das hat Alexander Jobst vor

Schalkes Marketing-Vorstand Alexander Jobst will den S04 zur Entertainment-Marke machen. Warum und wie Jobst es schaffen will.

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Der FC Schalke 04 ist bekanntlich ein eingetragener Verein. Mittlerweile ist das eine Seltenheit in der Bundesliga. Neben dem S04 sind momentan nur Freiburg, Mainz, Düsseldorf sowie die beiden Aufsteiger Paderborn und Union Berlin noch eingetragene Vereine.

Das birgt Vorteile, denn Mitglieder haben auf den Jahreshauptversammlungen eine Stimme und können so aktiv am Weg des Vereins mitwirken. Mit dem Status des „e.V.“ kommen aber auch Probleme: Der Verein ist anders als andere Mannschaften abhängiger vom sportlichen Erfolg.

Aufgrund der schwachen letzten Saison muss der S04 daher laut Marketing-Chef Alexander Jobst in diesem Jahr Einbußen von ungefähr sechs Millionen Euro hinnehmen. Jobst will diese Abhängigkeit vom sportlichen Erfolg angehen. Doch wie will er das machen?

In einem Interview mit SPONSORs erklärt Jobst seinen künftigen Plan: „Unser Anliegen ist, nicht nur an den Spieltagen das Berger Feld […] so attraktiv zu gestalten, dass sämtliche Besucher eine höhere Verweildauer haben.“ Jobsts Ziel ist es, dass mehr Fans auch unter der Woche das Gelände des S04 besuchen. Der Garant dafür ist das „Tor auf Schalke“, das bis 2021 fertig sein soll. Die neue Begegnungsstätte mit Museum, Fan-Shop und Gastronomie soll den Fans mehr Anreize als nur den Stadionbesuch am Wochenende bieten.

In einem Interview mit dem Handelsblatt spricht Jobst von Schalke 04 als eine zukünftige „Entertainment-Marke“. Für den 46-Jährigen ist Schalke als Unterhaltungsobjekt aber eher ein Blick in die ferne Zukunft: „Das ist eine langfristige Betrachtungsweise, von der ich auch weiterhin überzeugt bin. Große Clubs müssen sich als Unterhaltungsmarke etablieren.“

In der nahen Zukunft geht es ganz ohne den sportlichen Erfolg laut Jobst aber dann doch nicht: „Man muss auch die kurz- und mittelfristige Perspektive für Schalke 04 […] sehen. Daher ist es wichtig, dass wir auch sportlichen Erfolg haben. Dieser trägt dazu bei, dass wir Wachstumsraten erzielen, die wir uns versprechen.“

Durch das Vorhaben hat der S04 die Chance, sich in Zukunft vom sportlichen Erfolg ein wenig loszueisen und trotzdem zwischen AGs und GmbHs ein eingetragener Verein zu bleiben. Denn Alexander Jobst ist zuversichtlich: „Wir versprechen uns im Gastro- und Merchandising-Bereich ein zweistelliges prozentuales Wachstum. Zusätzlich zu den gesteigerten Zufriedenheitsraten.