Vorschau: Mönchengladbach ein Bein stellen – und Minikrise beenden!

Die Länderspielpause schien nach dem 1:2 in Wolfsburg und dem 0:2 zuhause gegen Hertha BSC für Schalke zur richtigen Zeit zu kommen. Die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco wirkte so, als könne sie noch ein paar Tage Saisonvorbereitung gebrauchen. Nach der Niederlage vor heimischem Publikum gegen die Hauptstädter hatte Schalkes Cheftrainer zahlreiche Baustellen ausgemacht und angekündigt, in den kommenden Tagen und Wochen vor allem am Vertikalspiel arbeiten zu wollen, um „die Stürmer bei uns nicht verhungern“ zu lassen. Am Samstagabend (18.30 Uhr) muss Schalke bei Borussia Mönchengladbach antreten, die nach einem 2:0 gegen Leverkusen und einem 1:1 in Augsburg einen deutlich besseren Start in die Saison erwischten.

Weston-McKennie-Raffael

Nach zwei Niederlagen steht der FC Schalke 04 gegen Borussia Mönchengladbach also schon gehörig unter Druck. Tedesco fordert deshalb eine mutige Spielweise seiner Mannschaft. „Wir haben großes Vertrauen in die Jungs, egal wie alt sie sind. Wir verzeihen den einen oder anderen Fehler, sofern wir mutig sind“, so Tedesco. Wie das aussehen könnte, verrät der 33-Jährige ebenfalls: „Wenn man den Ball hat, kann der Gegner nicht aktiv werden.“ Tedesco setzt also weiterhin auf Ballbesitz-Fußball.

Um aus dem eigenen Ballbesitz aber auch Kapital zu schlagen, müssen die Stürmer mit Anspielen versorgt werden. Nach dem Spiel gegen die Hertha kündigte Schalkes Cheftrainer bereits an, verstärkt am Vertikalspiel arbeiten zu wollen, damit „die Stürmer bei uns nicht verhungern.“ Das bekräftigte Tedesco auf der Pressekonferenz am Freitag erneut. Im Angriff besitze seine Mannschaft schließlich eine „wahnsinnige Qualität“.

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Domenico-Tedesco-Hertha-BSC

Eine gewisse Qualität hat allerdings auch Borussia Mönchengladbach, wie Domenico Tedesco weiß: „Gladbach ist gut gestartet und hat viele gute Eins-gegen-Eins-Spieler. Sowohl außen als auch im Zentrum. Sie kommen mit wenigen Pässen nach dem Ballgewinn gefährlich in den gegnerischen Strafraum“.

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Schalkes Defensive, die gegen Wolfsburg und Berlin zeitweise nicht ganz auf der Höhe schien, muss gegen Gladbach wieder die altbekannte Stabilität finden. Mit Matija Nastasic steht ein Routinier nach abgesessener Rotsperre wieder im Kader und dürfte auch von Anfang an spielen. Fehlen wird allerdings Yevgen Konoplyanka, der gegen Berlin nach einer „Notbremse“ vom Platz flog.

Ob Gladbach auf Raffael, der sich mit muskulären Problemen plagt, verzichten muss, steht noch nicht fest. „Raffael hat Wadenprobleme, er ist gestern gelaufen. Das war soweit erst mal gut. Ich kann aber nicht abschätzen, ob es für Samstag reicht“, verriet Gladbach-Trainer Dieter Hecking vor dem Spiel. Definitiv fehlen wird der Langzeitverletzte Lars Stindl. In der Startelf dürfte hingegen Neuzugang Alassane Pléa stehen, der mit der Empfehlung von 21 Pflichtspieltoren 2017/2018 aus Nizza kam. Gegen Augsburg machte der Stürmer bereits seinen ersten Bundesligatreffer und beim 11:1 im DFB-Pokal gegen den BSC Hastedt trug sich Pléa drei Mal in die Torschützenliste ein.

Über Schalke sagte Dieter Hecking auf der Pressekonferenz vor dem Spiel: „Ich weiß nicht, ob sich Schalke intern unter Druck fühlt. Von außen wird viel Druck auf die Mannschaft aufgebaut. Ich glaube, es wäre aber fatal von mir und meiner Mannschaft, Schalke lediglich an den ersten beiden Bundesligaspielen zu messen. Sie waren in den Spielen zwar nicht so gut wie in den vergangenen Jahren. Aber Domenico Tedesco wird seine Mannschaft total akribisch auf uns vorbereiten und wird alles versuchen, diesen kleinen negativen Trend zu revidieren. Schalke ist nicht umsonst absolut verdient Vizemeister geworden und hat sich souverän für die Champions League qualifiziert. Das dürfen wir nicht außer Acht lassen. Es kommt ein Gegner, der vom Kader noch ein Stück weit besser aufgestellt ist als wir. Wir müssen Schalke vor Aufgaben stellen. Wir müssen es im Verbund mit einer guten Teamleistung und der Unterstützung von außen so gut hinkriegen wie gegen Leverkusen. Dann kann was gehen, dann sind wir gefährlich. Wenn wir einen sehr guten Abend erwischen, sind wir in der Lage, sie zu schlagen.“

So könnte Schalke spielen:
Fährmann – Nastasic, Naldo, Sané – Mendyl, Rudy, Bentaleb, Caligiuri – Harit, Burgstaller – Uth

Über Moritz (1232 Artikel)
Moritz ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.