Schalker Spieler-Analyse 2017/2018: Franco Di Santo

In der spielfreien Zeit wirft Schalke-News.de einen Blick auf die Stammspieler der Knappen, deren Stärken und Schwächen, sowie die Konkurrenzsituation in der kommenden Saison.

Franco-Di-santo-Köln

Nach einer Saison zum Vergessen mit nur 12 Pflichtspieleinsätzen ist Di Santo inzwischen voll auf Schalke angekommen. Zwar ist es nicht ungewöhnlich für einen Stürmer, länger zu brauchen um anzukommen. Während allerdings das Verhältnis von Kosten und Leistung für die meisten Schalker passt, stimmt es bei dem Argentinier immer noch nicht. Dabei ist der Argentinier einer der wichtigsten Spieler im Pressing von Tedesco. Und er hat genau eine Aufgabe: intelligent zerstören. War es anfangs noch so, dass der ballnahe Spieler entschied, ob gepresst wird oder nicht, so kommt diese Rolle nun vorwiegend Di Santo zu. In gegnerischem Ballbesitz ist sehr schön zu beobachten, wie Di Santo zum Pressing ansetzt und die nächsten zwei bis drei Spieler ca. eine Sekunde später folgen. Setzt jemand anderes zum Pressing an, so lässt sich das gegenteilige Phänomen beobachten: keiner macht mit. Nach vorne wählt Di Santo meist den direkten Weg auf den ballführenden Spieler, ein Mitspieler läuft zunächst Richtung nächstem Gegenspieler und dann im Bogen zum gleichen Spieler, um den Passweg abzuschneiden. Fast immer führt dies im ersten oder zweiten Versuch zum langen Ball des Gegners.

Befindet sich Di Santo vor dem Ball, so ist er derjenige, der im Bogen anläuft und den Passweg nach hinten zumacht. Da ein Stürmer nun an der Abseitslinie lauert, hilft ein Außenverteidiger aus, wodurch fast immer eine Überzahlsituation hergestellt werden kann. Dabei öffnen sich durch das Spiel mit ballfernem Sechser und Dreierkette weniger Räume, als man erwarten würde.

Anzeige:

Trotz dieser Argumente und seiner beeindruckenden Physis weist Di Santo auch eklatante Schwächen auf. Und diese offenbaren sich zumeist im Schalker Ballbesitz:
Seine Laufwege, mögen sie individuell auch gut sein, passen oft nicht in die aktuelle Teambewegung. So steht er mal Burgstaller auf den Füßen, oder weicht nach außen aus, wenn die Mitte gerade unbesetzt ist. Tedesco stellte ihn somit im weiteren Verlauf der Saison als 10er auf, sodass Di Santo etwas ortsgebundener agieren konnte und die Mitspieler sich eher um ihn herum bewegen mussten. Doch die Quelle dieser Schwäche wurde dadurch auch nicht behoben: das fehlende Auge für die Läufe der Mitspieler. Zwar stand er nun richtig, allerdings konnte er selten die als 10er ausschlaggebenden Bälle spielen, die große Torchancen generieren.

Anzeige:

Alles in allem ist Di Santo also kein schlechter, aber auch kein kompletter Spieler. Reicht das für die Champions League?

Nominelle Mittelstürmer nächste Saison bei Schalke sind Uth, Embolo, Burgstaller, Di Santo, Teuchert, Reese und Wright. Da man heutzutage eher selten mit 5 oder mehr Stürmern spielt, werden Tedesco und Heidel hier definitiv noch aussortieren. Somit kommt es nicht überraschend, dass in den Medien viel über die Zukunft von Di Santo spekuliert wird.

Denn als Neuzugänge sind Uth und eigentlich auch Teuchert vor Verkäufen sicher. Burgstaller ist Leistungsträger und Publikumsliebling, Embolo hat sich nach langer Verletzung zurückgekämpft und wäre sehr schlecht beraten, mit gefallenem Marktwert nun zu wechseln. Zudem setzt man auf Schalke mit Sicherheit perspektivisch auf das Schweizer Talent. Gut möglich, dass man auch einen Spieler behalten möchte, der in der eigenen Jugend gespielt hat. Fabian Reese wäre hier eine Möglichkeit, dieser konnte sich bei Fürth als Stammspieler etablieren und Tedesco hält große Stücke auf ihn. Haji Wright konnte sich beim SV Sandhausen nicht durchsetzen, somit scheint ein Verbleib im Schalker Kader unwahrscheinlich. Eine Leihe oder ein Verkauf stehen hier wohl an. Über den Verbleib von U19-Torschützenkönig Florian Krüger aus der Knappenschmiede konnte man bisher noch nichts lesen, infrage käme dieser auch. Avdijaj gibt es zwar auch noch, ein Verbleib auf Schalke ist aber wohl ausgeschlossen.

Somit käme man noch auf vier bis fünf Mittelstürmer, Di Santo ausgenommen. Mit Serdar und Skrzybski hat man zudem zwei weitere Spieler verpflichtet, die die Positionen hängende Spitze und 10er bekleiden könnten. An sich also fast eine klare Angelegenheit: Di Santo muss wechseln. Doch es wird sich wohl kaum ein Verein finden, der dem Argentinier ein Gehalt zahlt, wie er auf Schalke erhält. Zudem hat der Argentinier  gezeigt, dass er eine Weile braucht, um bei einem Verein anzukommen. Ein Wechsel diesen Sommer würde ihn also wiederholt zurückwerfen. Ausgeschlossen ist auch nicht, dass Tedesco trotz aller Konkurrenz weiter einen Spielertypen wie ihn im Kader möchte.

Alles noch offen im Schalker Sturm. Aber eins ist sicher: nicht alle tragen nächste Saison noch königsblau.

#9 Franco Di Santo

Im Kader In der Startelf Einsatzzeit Tore Vorlagen Gelbe Karten Rote Karten Kicker-Note Zweikampf-

quote

Pass-

quote

37/39 26/39 53% 3 2 4 0 3,85 39% 67%