Schalke verliert das 153. Revierderby – Tedesco überrascht mit kreativer Besetzung im Sturm

Schalke 04 unterliegt im Derby Borussia Dortmund mit 1:2. Das 153. Revierderby hatte zwar wieder einige Aufreger in petto, dürfte aber nur eine Randnotiz in der über 90 Jahre alten Derby-Geschichte bleiben.

Domenico-Tedesco-Dortmund

Die Knappen waren gegen den Rivalen aus Dortmund durchaus motiviert, scheiterten aber wie so oft in dieser Saison an der eigenen Offensivschwäche: Nach vorne ging kaum was.

Die Dortmunder zeigten auch keinen Hurra-Fußball und taten nur das Nötigste – trafen allerdings auch früh zum 1:0. Es brauchte aber schon einen Standard, um in Führung zu gehen: Delaney traf nach einem Reus-Freistoß (7.).

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Kommen wir zu den Aufregern: In der ersten Halbzeit wurde Schalke nach 12 Minuten ein Handelfmeter verweigert. Schiedsrichter Daniel Siebert zeigte auch nach Rücksprache mit dem Videoassistenten nicht auf den Punkt.

In der 61. Spielminute bedurfte es einmal mehr des Videoassistenten: Schiedsrichter Siebert musste sich offenbar erst von seinen Kölner Kollegen im Videokeller überzeugen lassen, um sich durchzuringen, den Schalkern einen Elfmeter zu geben. Den fälligen Elfer nach einem Foul von Marco Reus an Amine Harit verwandelte Daniel Caligiuri zum 1:1.

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In der 74. Spielminute sorgte Dortmunds Jadon Sancho mit seinem 2:1 für die Entscheidung. Schalke war platt und konnte am Ergebnis nichts mehr rütteln.

Für weitere Aufreger sorgten Domenico Tedescos Personalentscheidungen. Wegen der Verletzungssorgen im Sturm hatte Schalkes Cheftrainer auf eine Doppelspitze mit Guido Burgstaller und dem gelernten Defensivmann Weston McKennie gesetzt. Als der angeschlagene Burgstaller in der 36. Spielminute runter musste, brachte Tedesco relativ überraschend Hamza Mendyl als zweite Spitze. Schalkes Sturmspitze bestand zu diesem Zeitpunkt aus zwei Spielern mit den Rückennummern 2 und 3 – und das bei einem Rückstand im Derby. Da musste man sich schon mal verwundert die Augen reiben. Auch weil Offensivkräfte wie Yevgen Konoplynka und Cedric Teuchert gar nicht eingesetzt wurden oder lange Zeit auf der Bank blieben.

Nach dem Spiel erklärte Tedesco seine Personalentscheidungen so:

„Wir haben in der 36. Minute unseren einzigen nominellen Stürmer verloren und wollten mit der Einwechselung von Hamza Mendyl einen Spieler mit Tempo in die Partie bringen. Yevhen Konoplyanka ist ein Flügelspieler, er fühlt sich außen wohler, wir haben aber zwei zentrale Stürmer gebraucht. Hamza ist unser schnellster Spieler und es ist wichtig, solch einen schnellen Spieler vorne zu haben, der die Tiefe attackieren kann.“

„Wir sind gut in die Partie gekommen und hatten einen guten Zugriff – und dann fällt trotzdem das 0:1. Den Gegentreffer müssen wir besser verteidigen. Wir hatten im ersten Durchgang dennoch mehr Ballbesitz und eine gute Passquote. Was schlichtweg bei uns fehlt, ist die Durchschlagskraft. Wir müssen mehr Torgefahr ausstrahlen, unsere Flanken sind momentan einfach nicht gut und wir finden mit diesen den Spieler im Strafraum nicht. Aus dem ersten Durchgang müssen wir mehr Profit ziehen.“

„Im zweiten Durchgang haben wir uns gut reingebissen, machen das 1:1 und hatten nach dem Treffer zehn richtig gute Minuten. Beim 1:2 verteidigen wir zu schlecht, gruppentaktisch war das nicht das, was wir uns vorstellen. Danach war es schwierig für uns, weil wir keine Entlastung mehr hatten und die Bälle vorne nicht festgemacht haben. Die beiden Gegentore sind zu Zeitpunkten gefallen, die schwierig zu verkraften waren. Wir müssen jetzt aus der Situation lernen und solche Spiele wieder für uns entscheiden.“

[notiert von schalke04.de]

Über Moritz (1240 Artikel)
Moritz ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.