1:3 in Leipzig: „Zu naiv agiert“

Schalke verpasst beim 1:3 gegen RB Leipzig einen guten Start in die Rückrunde. Nach 13 Pflichtspielen ohne Niederlage muss sich der FC Schalke 04 erstmals wieder geschlagen geben. S04-Cheftrainer Domenico Tedesco hat kein gutes Spiel gesehen.

Benjamin-Stambouli-Leipzig

Tedesco schickte bis auf eine Änderung dieselbe Starformation wie im DFB-Pokal-Spiel gegen den 1. FC Köln ins Rennen: Für Thilo Kehrer rückte Benjamin Stambouli auf die rechte Position der 3er-Abwehrkette. Leon Goretzka stand wider Erwarten nicht im Kader. Winter-Neuzugang Marko Pjaca von Juventus Turin musste zunächst mit der Bank vorlieb nehmen.

Schalkes Startelf:
Fährmann – Nastasic, Naldo, Stambouli – Oczipka, Caligiuri – Meyer – Harit, Schöpf – Burgstaller, Di Santo

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Das Spiel begann alles andere als schlecht. Anders als beim Bundesliga-Start, als Schalke gegen RB Leipzig zwar mit 2:0 gewann, aber ausschließlich auf Konter aus war, waren die Knappen am Samstagabend zunächst um Spielkontrolle bemüht. In der Folge entwickelte sich ein defensiv und taktisch geprägtes Spiel mit leichtem Übergewicht für Schalke.

Nach 30 Minuten erhöhten die Sachsen dann den Druck und kamen zu ersten Möglichkeiten. In der 37. Spielminute wehrte Ralf Fährmann einen von Benjamin Stambouli verschuldeten Foulelfmeter von Leipzigs Augustin ab. Doch nur vier Minuten später traf Naby Keita zum 1:0. Bitter: Naldo hatte den Ball für Fährmann unhaltbar abgefälscht.

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Nach der Pause traf Naldo zum 1:1. Der Brasilianer stand so frei, dass er sich nach einer Caligiuri-Freistoßflanke sogar bücken musste, um mit dem Kopf zu treffen (55.).

Die Einwechslung von Timo Werner sollte das Spiel aber zugunsten der Leipziger entscheiden. Nach Ballverlust durch Naldo traf der Torjäger zum 2:1 (69).

Nur zwei Minuten später die Entscheidung: Werner bediente Bruma, dessen Schuss von Naldo für Ralf Fährmann erneut unhaltbar abgefälscht wurde – 1:3 (71.).

Auch wenn Schalkes Abwehrchef an allen drei Toren unmittelbar beteiligt war, wollte niemand auf Schalker Seite dem Brasilianer eine (Teil-)Schuld an der Niederlage ankreiden.

Naldo selbst analysierte nach der Partie: „Heute haben wir leider zu viele Bälle im Zentrum verloren, die dann zu schnellen Gegenstößen von Leipzig geführt haben. Vermutlich waren wir zu ungeduldig und sind von unserem Plan abgerückt.“

Domenico Tedesco bestätigte: „Wir haben angefangen in gewisse Zonen zu spielen, die uns weh tun“. Was er damit meinte, präzisierte Ralf Fährmann. „Aber dann haben wir die Mittelfeld-Zone zu oft bespielt, wo Leipzig gut presst. Aufgrund der zweiten Halbzeit haben wir verdient verloren“, so Schalkes Keeper.

Dabei war die erste Halbzeit aus Schalker Sicht über weite Strecken nicht so schlecht. „In der ersten halben Stunde haben wir unsere Sache ganz gut gemacht und nur wenig zugelassen. Selbst hatten wir zwei, drei Kontersituationen, die wir uns durch Ballgewinne erspielt haben. Das Gegentor kurz vor der Pause war natürlich ärgerlich“, analysierte Tedesco.

Tedesco weiter: „Wir haben kein gutes Spiel gemacht. Alles andere wäre gelogen oder zu viel durch die Schalker Brille geschaut. Unser Gegner hat seine Konter mit geballter Power, mit geballtem Speed ausgespielt. Wir müssen und werden aus der Niederlage lernen.“

Oder wie Naldo es ausdrückte: „Letztlich haben wir zu naiv agiert und die Begegnung verloren“…

Über Moritz (1232 Artikel)
Moritz ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.