Warum Donis Avdijaj mehr spielen muss

Während die Kritik an Max Meyers Leistung für Diskussionen sorgt, kommt ein anderes Schalker Talent selten zum Zug. Dabei gäbe es gute Gründe, Donis Avdijaj mehr einzusetzen.

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Nicht erst seit der öffentlichen Kritik von S04-Trainer Markus Weinzierl an Max Meyer wird im Schalker Umfeld die Rolle der eigenen Talente diskutiert. Ein weiterer, etwas anders gelagerter Fall ist der von Donis Avdijaj.

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Das mit einer festgeschriebenen Ablösesumme von knapp 50 Millionen Euro dekorierte Talent hatte es bislang nicht leicht auf Schalke. Nachdem Donis Avdijaj zu den Profis hochgezogen wurde, musste sich der damals 19-Jährige erst in der österreichischen Liga bei Sturm Graz beweisen.

Seit letztem Sommer gehört der Offensivspezialist zum Schalker Profi-Kader, brauchte nach einer Meniskusverletzung aber viele Wochen, um Markus Weinzierl von seiner Leistungsfähigkeit zu überzeugen. Dabei profitierte Avdijaj aber auch von vielen Verletzungen in Schalkes Sturmabteilung.


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Noch Anfang Januar sprach sich Christian Heidel für die Förderung seiner beiden Talente Thilo Kehrer und Donis Avdijaj aus. Heidel damals: „Wenn du einen Abwehrspieler verpflichtest, der dann vor Thilo Kehrer steht, kann man davon ausgehen, dass Thilo anschließend kein Spiel mehr macht. Wann soll ein Donis Avdijaj in der Offensive etwas zeigen?“ Er wolle Kehrer und Avdijaj „nicht zubauen“.

Trotzdem verpflichtete Heidel kurze Zeit später Holger Badstuber für die Abwehr und holte mit Daniel Caligiuri und Guido Burgstaller zwei Verstärkungen für den Sturm.

Vor allem Burgstaller und mit Abstrichen auch Caligiuri spielten sich mit guten Leistungen sofort als neue Schalker Doppelspitze fest. Seitdem hat der wider Erwarten „zugebaute“ Avdijaj – auch nach überstandener Augengrippe – kein Spiel mehr gemacht.

Was schade ist. Denn wenn Avdijaj eingewechselt wurde, war meistens Alarm. Gegen den Hamburger SV erzielte das ehemalige Knappenschmiede-Talent per Traumtor sogar seinen ersten Pflichtspieltreffer für den S04.

Auch wenn Markus Weinzierl immer wieder betonte, dass bei ihm das Leistungsprinzip gelte, dass sich Spieler im Training aufdrängen müssen: Auch weitere Daten sprechen für den 20-Jährigen – trotz seiner oftmals nur kurzen Einsätze: In seinen insgesamt nur 104 Bundesliga-Spielminuten kommt Avdijaj immerhin auf fünf Torschüsse. Nicht viel? Doch. Denn rechnet man diese fünf Schüsse auf seine Einsatzzeit, dann kommt Avdijaj, der von sich sagt, ein Schalker Junge zu sein, auf einen absoluten Spitzenwert.

Alle 90 Minuten gibt Donis Avdijaj statistisch gesehen 4,3 Torschüsse ab. In dieser Statistik steht Avdijaj damit auf Platz eins im Schalker Kader – sogar noch vor Guido Burgstaller, der auf 3,9 Schüsse kommt. Und auch mit 0,9 Toren pro 90 Spielminuten belegt Avdijaj Platz 1. Das Gleiche gilt für die Effizienz vor dem Tor. Avdijaj brauchte nur fünf Torschüsse pro Tor (20%). Nur Breel Embolo war stärker: acht Torschüssen stehen zwei Tore gegenüber (25%).

Eigentlich ganz gute Argumente, den Youngster mal wieder spielen zu lassen.

Über Redaktion (1070 Artikel)
Moritz Nolte ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.

2 Kommentare zu Warum Donis Avdijaj mehr spielen muss

  1. Das sind ja ganz interessante statistische Werte, aber die Stichprobe ist mit einem Tor aus nur 104 Minuten einfach viel zu klein. So kann man nicht ernsthaft objektiv eine Forderung nach Avdijaj begründen (mit sowas wie „wenn Avdijaj eingewechselt wurde, war meistens Alarm“ hingegen natürlich schon, aber das ist dann eben gleich wieder sehr subjektiv).

    Das erinnert mich so ein bisschen an Ze Roberto II: der hatte gleich in seinem ersten Spiel nur Sekunden nach seiner Einwechslung in der Nachspielzeit getroffen, kurz danach war das Spiel vorbei. Danach kam aber auch nicht mehr viel von ihm (insgesamt nur 32! Einsatzminuten), sodass seine Tore-pro-Spielminuten-Quote bei S04 immernoch bei wahnsinnigen 2,81 Tore/Spiel liegt. Man bedenke: einer der großen Transfer-Flops der letzten Jahre…

  2. Da hast dur natürlich recht, dass eine Einsatzzeit von 104 Spielminuten nicht 1904%-ig die echte Leistungsfähigkeit darstellen kann. Aber immerhin verteilen sich diese 104 Spielminuten auf fünf Bundesligaspiele, bzw. vier, wenn man die Einwechslung gegen Leverkusen in der 90. herausrechnet.

    Dass Donis „Alarm“ macht, ist tatsächlich – zumindest teilweise – auch anhand von Zahlen zu belegen: in drei seiner vier Bundesliga-Spiele hat er immer min. einen Schuss aufs Tor gebracht.

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