Vorschau: „Heimspiel“ in Leverkusen?

Wenn der FC Schalke 04 heute Abend in Leverkusen gastiert, kommt es zu einer Art „Sechs-Punkte-Spiel“. Beide Mannschaften trennen aktuell nur zwei Punkte. Doch während Schalke noch auf die Europa-League-Plätze hofft, wähnt sich Leverkusen mitten im Abstiegskampf.

Vorschau-Leverkusen-Schalke

Die Zwischenbilanz von Tayfun Korkut ist ernüchternd: Seit der 43-Jährige Anfang März den Trainerposten von Roger Schmidt bei Bayer Leverkusen übernahm, holte Leverkusen in sieben Bundesligaspielen mickrige sechs Punkte. Das entspricht 0,88 Punkten pro Spiel. Wettbewerbsübergreifend gelang der Werkself unter Korkut nur ein Sieg in acht Spielen.

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Auf Schalke müsste man dankbar über den heutigen Gegner und dessen aktuelle Form sein. Ein Blick auf die Tabelle zeigt aber auch: Schalke und Leverkusen trennen gerade einmal zwei Punkte. Während man auf Schalke ganz offen auf die Europa-League-Plätze schielt, hat Korkut vier Spieltage vor Saisonende erneut den Abstiegskampf für seine Mannschaft ausgerufen.

Klar ist: Beide Mannschaften müssen gewinnen. Leverkusen, um nicht noch tiefer in den Abwärtsstrudel zu geraten. Und Schalke, um Platz sechs nicht vollends aus den Augen zu verlieren. Schlimmer noch: Bei einer Niederlage müsste sich auch der S04 wieder sehr konkret mit dem Thema Abstiegskampf befasssen. Vor allem weil die auswärtsschwachen Schalker bis Saisonende noch drei Mal auf fremdem Platz ran müssen…

Gegen Schalke fordert Korkut „ein absolutes Zeichen“. Seine Mannschaft könne sich „nicht mehr hinter irgendetwas verstecken“. Leverkusens Cheftrainer appelliert an seine Profis: „Ich erwarte von jedem, der auf dem Platz steht, dass er sich gegen alle Widerstände wehrt, die in so einem Spiel aufkommen“.

Eine Art Mentalitätsproblem hat auch sein Schalker Kollege Markus Weinzierl beim S04 ausgemacht. „In fremden Stadien lief es bislang nicht so gut wie zu Hause. In der Veltins-Arena agieren wir dominanter. Auswärts tun wir uns schwerer, unser Spiel durchzubekommen. Wir müssen auswärts effektiver werden, unser Tor besser verteidigen und in der Umschaltbewegung Geschwindigkeit in Richtung des gegnerischen Strafraums bekommen.“

Szene aus dem Hinspiel (0:1).

Szene aus dem Hinspiel (0:1).

Warum dem so ist? Laut Weinzierl agiere Königsblau zuhause einfach mit mehr Selbstvertrauen. Schalke-Sportvorstand Christian Heidel versucht es deshalb mit einem Trick: „Wir wollen versuchen, bei einer gewissen Heimspiel-Atmosphäre in Leverkusen in den Köpfen die Vorstellung zu schaffen, dass wir auf Schalke sind.“

Unabhängig von Psycho-Tricks schätzt Markus Weinzierl Leverkusen als gefährlichen Gegner ein. „Sie sind aktuell zwar Zwölfter, aber von der Qualität her hat Leverkusen einen Champions-League-Kader mit vielen guten Einzelspielern“. Doch die hat auch Schalke: So ist Leon Goretzka nach überstandener Gehirnerschütterung wieder einsatzbereit. Hinter einem Einsatz von Sead Kolasinac steht zwar noch ein Fragezeichen. Weinzierl hofft allerdings auf einen Startelfeinsatz des Bosniers. Auch Max Meyer ist angeschlagen und droht auszufallen. Fehlen werden Matija Nastasic (Wadenprobleme) und der rotgesperrte Thilo Kehrer.


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So könnte Schalke spielen:
Fährmann – Kolasinac, Badstuber, Höwedes, Coke – Stambouli, Bentaleb – Caligiuri, Goretzka, Schöpf – Burgstaller

Über Redaktion (1070 Artikel)
Moritz Nolte ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.

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