Schalke zeigt sich gegen Borussia Mönchengladach stark verbessert – Rückkehr zum 4-2-3-1

Schalke spielt zuhause 1:1 im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League gegen Borussia Mönchengladbach. Bei Bild übersah man Schalkes deutliche Steigerung gegenüber den sportlichen Leistungen zuletzt und stellte fest: „Schalke kommt 2017 einfach nicht in die Gänge“. Und auch bei Sport 1 schrieb man wenige Sekunden nach dem Abpfiff, die Krise auf Schalke habe sich nach dem Unentschieden verschärft. Mittlerweile liest sich der – inzwischen überarbeitete – Spielbericht deutlich positiver. Denn in der Tat: Die Leistung der Knappen konnte sich an diesem Abend vor allem in der zweiten Hälfte durchaus sehen lassen.

2017-03-09-Gladbach_Schalke

Schalkes Cheftrainer Markus Weinzierl schickte eine auf zwei Positionen veränderte Startelf ins Rennen: Sead Kolasinac und Johannes Geis rückten für Holger Badstuber und Nabil Bentaleb in die erste Elf. Noch überraschender: Weinzierls Rückkehr zum 4-2-3-1 mit Benedikt Höwedes und Matija Nastasic in der Innenverteidigung und Sead Kolasinac und Thilo Kehrer auf den Außenverteidigerpositionen.

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Vor dem Spiel hatte Weinzierl gesagt, das System sei egal, viel wichtiger sei es, die Zweikämpfe zu gewinnen. Und tatsächlich: Vom Publikum von Minute eins an bedingungslos unterstützt, warfen sich die Schalker in die Zweikämpfe. Und trotzdem: Schalke fing sich den frühen Gegentreffer. Nachdem Alessandro Schöpf auf der rechten Seite im Mittelfeld von Mahmoud Dahoud und Fabian Johnson aggressiv angegangen wurde, verlor der Österreicher den Ball. Dann ging es Gladbach-typisch ganz schnell: Lars Stindl passte steil auf Jonas Hofmann hinter die Viererkette, der Ralf Fährmann überwinden konnte. 0:1 nach 15 Minuten.

Schalke blieb abder dran, blieb gallig. Im Mittelfeld dann eine weitere strittige Szene: Gladbachs Raffael blieb nach einem Zweikampf mit Matija Nastasic liegen. Schalke nutzte das Chaos und Leon Goretzka sprintete in die Gladbacher Hälfte, passte auf Gudio Burgstaller, der in bester Torjäger-Manier direkt abzog und in die lange Ecke traf (25.)!


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Nach der Halbzeitpause tat sich lange wenig. Doch Königsblau zog das Tempo noch einmal an und erspielte sich mit zunehmender Spieldauer Chance um Chance. Fast alles ging dabei über die linke Seite. Vor allem der eingewechselte Eric Maxim Choupo-Moting machte zusammen mit Sead Kolasinac auf der linken Seite viel Alarm. Doch Schalke brachte den Ball einfach nicht im Tor unter, scheiterte entweder am starken Gladbacher Keeper Yann Sommer oder am Aluminium (Choupo-Moting, Burgstaller).

Schalkes Überlegenheit lässt sich eindeutig mit Zahlen belegen: In sämtlichen Belangen war Schalke den Gladbachern an diesem Abend überlegen: Sowohl beim Ballbesitz (53% gegen über 47%) als auch beim Eckballverhältnis (5:0 Ecken für Schalke). Zudem war S04 passgenauer (85% Passerfolgsquote gegenüber 83% bei Gladbach). Außerdem gab Schalke 23 Schüsse auf das gegnerische Tor ab – die von Dieter Hecking trainierten Borussen nur derer 5!

Markus Weinzierl war deshalb zufrieden: „Die Umstellung auf die Viererkette hat gut funktioniert. Bei einem tollen Fußballabend haben eigentlich nur zwei Dinge nicht gepasst: der Gegentreffer und die Tatsache, dass wir kein zweites Tor erzielt haben. Wir hatten gleich mehrfach nicht das Glück auf unserer Seite. Entweder hat Yann Sommer pariert oder die Latte hat ein mögliches 2:1 verhindert“.

Und Leon Goretzka analysierte: „Wir haben den Ball gut laufen lassen, hatten ein ordentliches Positionsspiel und konnten viele Dinge, die wir uns vorgenommen hatten, umsetzen. Das Zweikampfverhalten war deutlich verbessert und wir haben uns vor allem nach der Pause einige Torchancen erspielt“.

Nach dem 1:1 hat Schalke weiterhin alle Chancen auf den Einzug ins Europa-League-Viertelfinale. Das Rückspiel findet am Donnerstag (16.3.) um 21.05 Uhr im Borussia-Park statt.

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Moritz ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.

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