Schalke verliert gegen Bayern München mit 0:3 – „Unglücklicher Spielverlauf“

Schalke verliert zuhause gegen den FC Bayern mit 0:3. Eine Niederlage gegen den Rekordmeister dürfte wohl die wenigsten wirklich überrascht haben. Wie die Niederlage zustande kam, war dennoch unglücklich.

Schalke-Bayern

Schalkes Cheftrainer Domenico Tedesco, der sich einen detaillierten Plan zurecht gelegt hatte, wie man dem FC Bayern drei Punkte hätte entreißen können, schickte eine leicht veränderte Startelf auf den Platz. Nabil Bentaleb und Weston McKennie spielten für Yevgen Konoplyanka und Benjamin Stambouli.

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Amine Harit, Leon Goretzka und Guido Burgstaller versuchten sich mit einem leidenschaftlichen und hohen Pressing. Doch schnell erspielten sich die Münchner das erwartete Übergewicht. Schon nach wenigen Minuten hatte S04-Keeper Ralf Fährmann mehrfach teils herausragend parieren müssen.

Schalke ließ sich davon nicht einschüchtern und suchte seine Chancen immer wieder in schnellen Kontern und kam auch zu Abschlüssen. Etwa in der 22. Spielminute: Erst scheiterte Amine Harit an Keeper Ulreich, der den verletzten Manuel Neuer ersetzte. Danach wurde ein Treffer von Guido Burgstaller wegen einer Abseitsposition nicht gegeben.

Dafür direkt im Anschluss die vermutlich spielentscheidende Szene: Naldo sprang in einem Zweikampf mit Bayerns James Rodriguez der Ball vom eigenen Bein aus kürzester Entfernung an die Hand. Schiedsrichter Marco Fritz ließ zunächst weiterspielen. Video-Assistent Bastian Dankert aus der Zentrale in Köln gab allerdings per Funk den Hinweis, dass ein Handspiel vorlag. Fritz entschied daraufhin auf Strafstoß. Den machte Robert Lewandowski sicher rein, 0:1 (25.).

Vor allem Schalke-Kapitän Ralf Fährmann war nach dem Spiel bedient. „Vor der Saison wird uns klipp und klar gesagt, dass wenn der Ball vom Körper an den Arm geht, dann ist es kein Handspiel“, sagte der Torwart hinterher bei „Sky“. Seine Kritik richtete er vor allem an den Videoschiedsrichter: „Wenn man dann im Büro sitzt und das auf dem Monitor sieht, dann ist das einfach nur total zum Kotzen. Dem Schiedsrichter auf dem Platz kann man den Vorwurf nicht machen, er hat ja auch nicht gepfiffen. Den Vorwurf muss man den Leuten vor dem Monitor machen.“

Auch für Naldo war klar: „Es war kein Elfmeter. Der Ball ist mir im Rutschen erst gegen den Fuß, dann gegen die Hand geprallt.“ Laut Regelauslegung bedeutet diese Reihenfolge: Kein Strafstoß, betont die WAZ. Naldo ergänzte: „Wo soll ich mit meiner Hand denn hin, wenn ich grätsche? Diese Situation hat das Spiel entschieden.“ Schalkes Sportvorstand Christian Heidel sah die Situation ähnlich: „Es ist überhaupt kein Elfmeter! Wenn der Ball aus sehr kurzer Entfernung erst an ein Körperteil und dann an die Hand geht, dann ist es kein Handspiel“.

Und Domenico Tedesco kommentierte nur lapidar: „Ich bin bei dem Thema raus“. Er verstehe mittlerweile nicht mehr, wann Handspiel gepfiffen wird und wann nicht.

Nur vier Minuten nach dem 0:1 sorgte Bayern für die Entscheidung: Schalkes Abwehr verteidigte ganz schwach, James netzte aus 11 Metern freistehend ein (29.).

Schalkes Chefcoach Domencio Tedesco reagierte zur Pause und brachte für Amine Harit Yevgen Konoplyanka, der das Offensivspiel beleben sollte. Kurz nach Wiederanpfiff hatte Schalke Glück, als Thomas Müller einen Kopfball nur an den Pfosten setzte. In der Folge erspielten sich die Knappen zahlreiche gute Gelegenheiten, konnten allerdings nicht den Anschlusstreffer setzen. Wie ausgeglichen das Spiel jetzt teilweise war, konnte man etwa auch am Torschussverhältnis erkennen – nach 90 Minuten konnten die Bayern 13 Schüsse aufs Tor bringen, die Schalker immerhin derer 11.

Doch während Schalke nicht traf, gelang auf der anderen Seite Arturo Vidal in der 75. Spielminute das 3:0…

Leon Goretzka analysierte nach dem Spiel:

„Es ist ganz einfach: Uns hat ein Tor gefehlt. Wir hatten vor dem Elfmeter eine Riesenchance, davor auch schon die eine oder andere gute Gelegenheit. In so einem Moment muss man einfach das Tor machen, dann bebt die ganze Arena. Der Treffer ist uns leider nicht gelungen, auch wenn wir es gut gemacht haben. Am Ende steht es 0:3. Da kann jeder sagen, dass es eindeutig war. Aber wenn wir im richtigen Moment getroffen hätten, wäre viel mehr drin gewesen. Der Spielverlauf war einfach sehr unglücklich. Deswegen bin ich sehr enttäuscht. Wir wussten vorher, dass die Bayern eine sehr große individuelle Klasse haben. Trotzdem hatten wir sehr viele gute Torchancen. Nach dem dritten Tor war die Partie dann natürlich entschieden.“


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Über Redaktion (1074 Artikel)
Moritz Nolte ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.

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