Analyse: Höhenflüge mit Naldo

„Ich fühle mich wie 25“ schreibt Naldo auf seinem Facebook-Account. Daran gibt es auch keine Zweifel, denn der drittälteste Bundesligaspieler muss sich als Schalker Abwehrchef vor niemandem verstecken. Doch wie gut ist der Brasilianer wirklich?

Naldo-Revierderby

Nach 331 Bundesliga-Partien kann sich Naldo wahrscheinlich ganz gut selbst einschätzen. Steht man dann in 14 Spielen jede Minute auf dem Platz und rennt 123 km, so kann ihm wohl auch der härteste Zweifler nicht mehr widersprechen.

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Naldo ist vermutlich so stark wie noch nie. 88% Passquote, 74% Zweikampfquote und 2 Tore machen ihn laut Kicker zum besten Verteidiger der Bundesliga (Durchschnittsnote 2,64). Wir haben uns auf die Suche nach den Gründen begeben:

Mentalität

Wer bei Choupo-Moting schon dachte, er wäre der fröhlichste Mensch der Welt, der kennt Naldo schlecht. In jedem Interview betont er, wie viel Spaß er am Fußball, in der Bundesliga und auf Schalke habe. Auf dem Platz zeigt er, wie gefestigt sein Wille zum Sieg ist. Auch wenn Schalke 4:0 zurückliegt, führt er das Team zum (gefühlten) Sieg. Man müsse „immer daran glauben, etwas zu erreichen.“

Auf seiner Facebook-Seite nimmt er sich viel Zeit für Fans und antwortet gut gelaunt auf unzählige Kommentare. Dabei zeigt er sich nicht nur glücklich über die aktuelle Situation, sondern auch dankbar für seine Zeit bei Bremen und Wolfsburg. So viel Ehrlichkeit und Offenheit kommen gut an, sowohl bei den Fans, als auch auf dem Platz.

System

Wie in der letzten Analyse schon angedeutet, profitiert Naldo wohl am meisten von Tedescos Umstellung auf die 3er-Kette. Da das fehlende Tempo seine einzige Schwäche zu sein scheint, stellt der Coach ihn als zentralen Innenverteidiger auf. Dort gleicht der 1,98m-Turm Stellungsfehler und teilweise fehlende Größe seiner Kollegen Kehrer, Stambouli und Nastasic aus, welche wiederum bei durchstartenden Gegnern ihrerseits Naldos Defizit ausgleichen können. Durch die zusätzliche Absicherung zweier anderer Innenverteidiger kann er sogar manchmal Vorstöße wagen, auch wenn er das meist Stambouli überlässt. Außer, es soll mal wieder hoch und weit gehen….

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Kopfballstärke

Naldo ist ein Kopfball-Ungeheuer. Punkt. Defensiv schiebt er Freund und Feind beiseite um jede noch so hohe Hereingabe zu klären, offensiv ist er bei ruhenden Bällen Schalkes größte Waffe. Das weiß spätestens nach seinem 4:4 Siegtreffer auch der Rest der Liga. Und letzteres ist fast noch wichtiger als die Torgefahr selbst. Denn steht Naldo bereit, so stellt in Zukunft vielleicht nicht nur Köln direkt zwei Gegenspieler für ihn ab. Einer, der den Laufweg mitläuft und einer, der ihn blockiert. Die Angst ging teilweise so weit, dass bei Ecken kein einziger anderer Spieler zum Ball sprang. So schafft Naldo Räume für seine Mitspieler, zwingt Gegner dazu, Fouls in gefährlichen Positionen zu vermeiden, und erzielt ganz nebenbei auch noch Tore.


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Fazit

Naldo hat sich spätestens unter Tedesco in die Schalker Herzen gespielt. Das stärkt ihn und die Mannschaft, die nur zu gerne kleinere Fehler von ihm ausbügelt, wie er es für sie tut. Bleibt er weiterhin so fit, könnte er Schalke noch lange Zeit helfen. Denn er sagt, und das ist nun mal das Wichtigste: „Mir macht es richtig Spaß, auf Schalke zu spielen!“

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