Wirbel um Knappenkarte: „Noch nicht ein einziger Cent verfallen“ [Update]

Die Verbraucherzentralen kritisieren Bezahlsysteme in mehreren Bundesliga-Stadien. Dem FC Schalke drohen wegen der Knappenkarte sogar rechtliche Schritte. Doch Manager Christian Heidel beschwichtigt.

Bild: Schalke-News.de

Knappenkarte. Bild: Schalke-News.de

Ein ARD-Recherche-Team und Verbraucherschützer bemängeln nach einem Test die bargeldlosen Bezahlsysteme in mehreren Bundesliga-Stadien. Besonders Schalke, München und Frankfurt stehen in der Kritik, wie der WDR berichtet. „Bemängelt wird, dass beim Bezahlen mit einer speziellen Plastikkarte statt mit Bargeld nach dem Stadionbesuch oft ein Restguthaben übrig bleibt, heißt es auf wdr.de. „Da die Rückerstattung vielen Besuchern zu kompliziert ist, würde das Guthaben am Ende verfallen.“

Die Verbraucherzentrale NRW will laut dem Bericht sogar rechtlich mit einer Abmahnung gegen die FC Schalke 04 Arena Management GmbH vorgehen. „Sie will verbieten lassen, dass bei der Rücküberweisung von Kartenguthaben erstens Gebühren anfallen und zweitens die Erledigung der Rückzahlung bis zu eineinhalb Jahre dauern kann“, heißt es weiter.

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Den S04 zitiert der Sender mit den Worten: „Beim Einsenden der Karten entsteht ein hoher Aufwand, welcher mit der Gebühr von drei Euro belegt wird. Die lange Frist besteht aus buchhalterischen Gründen, die Beträge werden schnellstmöglich ausgezahlt.“

Um wie viel Geld es bei all dem gehen kann, zeigt ein Beispiel aus München: Die zuständige GmbH des FC Bayern habe im Jahr 2010 die Erträge durch verfallene Kartenguthaben ausgewiesen, schreibt der WDR. „Es waren 2,4 Millionen Euro.“


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Heidel: In der Praxis nie vollzogen

Update, 14 Uhr: S04-Manager Christian Heidel sagte bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg: „In der Tat hat die Verbraucherzentrale Recht in der Anmerkung, dass in den AGBs steht, dass der Verein bei Rücknahme von Guthaben der Knappenkarte eine Bearbeitungsgebühr nehmen kann. Die Betonung liegt auf kann. Das Zweite ist, dass Geld, das von der Knappenkarte nicht abgebucht wurde, nach einem Jahr verfallen könnte. Das steht so in den AGBs. Ich glaube, wir müssen uns um die AGBs mal Gedanken machen. In der Praxis wurde es niemals vollzogen. Das heißt, es wurde niemals eine Bearbeitungsgebühr von 3 Euro erhoben und es ist noch nicht ein einziger Cent verfallen.“

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