Wie Markus Weinzierl auf Schalke die Zügel anzieht

Auf Schalke findet nach der Neubesetzung auf der Position des Sportvorstandes und des Cheftrainers ein Umbruch statt. Mal wieder. Doch dieses Mal soll es klappen. Das merkt man vor allem Schalkes neuem Trainer Markus Weinzierl an, der jetzt im Mannschaftstraining die Zügel merklich anzieht.

Markus Weinzierl. Bild: Schalke-News.de

Markus Weinzierl. Bild: Schalke-News.de

„Fehler kann man machen, aber dann muss die Mannschaft sie wieder ausbügeln“, gellt es über den Trainingsplatz 1 direkt an der Geschäftsstelle des FC Schalke 04. Es ist die heisere Stimme von Markus Weinzierl, der seinen Profis lautstark einimpft, was er von ihnen erwartet. Die Trainingskibitze, die sich auch am heutigen Montagmorgen zahlreich versammelt haben, sind sich einig: Soviel Zug hat man lange nicht in einem Schalker Training gesehen. Das heutige wird Trainer Weinzierl um eine knappe halbe Stunde überziehen.

Weinzierl lässt seine Spieler im 11-gegen-11 auf kompletter Spielfeldbreite aber komprimierter Spielfeldlänge antreten. Es geht um das gruppentaktische Verhalten seiner Profis. So früh in der Saison ist Markus Weinzierl noch nicht zufrieden mit dem Spiel von Huntelaar und Co.

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Bild: Schalke-News.de

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Immer wieder unterbricht Markus Weinzierl und gibt klare Anweisungen. Seine Spieler sollen schneller verschieben, schneller umschalten, Überzahl in Ballnähe herstellen und früher den Torabschluss suchen. Weinzierl geht auch auf kleinste Fehler ein, demonstriert, wie detailverliebt er ist.

Man ist geneigt sich zu fragen, ob es vielleicht dieser Perfektionismus ist, der zuletzt gefehlt hat auf Schalke. Zumindest aber ist zu erkennen, wie Weinzierl in der neuen Saison spielen lassen will: Seine Mannschaft soll taktisch klug agieren, aggressiv und früh stören und mit schnellem Umschaltspiel Torchancen kreieren.

Joshua Bitter im Zweikampf mit Klaas-Jan Huntelaar. Bild: Schalke-News.de

Joshua Bitter im Zweikampf mit Klaas-Jan Huntelaar. Bild: Schalke-News.de

Auch in der Defensive muss es besser werden. Besser als letzte Saison und besser als im Testspiel gegen den FC Luzern, das man am Samstag mit 2:4 verlor. Nach dem Spiel monierte Weinzierl „Wir sind phasenweise nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen und müssen natürlich besser verteidigen.“ Daran arbeitete Weinzierls Trainer-Team mit der Mannschaft schon heute. „Wir haben auch das Testspiel schon aufgearbeitet, dass wir besser und kompakter stehen, dass wir die Lücken schließen“, verriet Alessandro Schöpf nach dem Training.

Bis zum Saisonstart am 20. August im DFB-Pokal beim FC Villingen haben Schalkes Profis noch viereinhalb Wochen Zeit, Weinzierls Philosophie zu verinnerlichen. Wenn sich die Stimme von Markus Weinzierl bis dahin erholt hat, dann haben seine Profis vieles richtig gemacht.


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Über Redaktion (1086 Artikel)
Moritz Nolte ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.

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