Welche Rolle Coke und Baba spielen werden

Schalke 04 holt mit Coke vom FC Sevilla und Abdul Rahman Baba von Chelsea zwei neue Abwehrspieler – und erhöht somit die Anzahl an Außenverteidigern im Schalker Profikader auf sieben. Was wollen Christian Heidel und Markus Weinzierl mit diesen Transfers bezwecken?

Coke. Bild: MICHAEL BUHOLZER/AFP/Getty Images

Coke. Bild: MICHAEL BUHOLZER/AFP/Getty Images

Königsblau ist nun auf beiden Abwehrseiten mindestens dreifach besetzt. Damit sollte S04 für die Dreifachbelastung aus Bundesliga, Europa League und DFB-Pokal zumindest quantitativ gut gerüstet sein. Doch hinter den beiden Transfers dürfte mehr stecken.

Gegenüber der WAZ bestätigte Schalke-Manager Christian Heidel, dass der neuen sportlichen Spitze auf Schalke nicht entgangen war, dass der S04 in der letzten Saison über die Außenbahnen oft zu harmlos agierte: „In unserer Analyse der vergangenen Saison war aufgefallen, dass die Anzahl der Flanken durch die Außenverteidiger bisher verschwindend gering war.“

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Die Gelsenkirchener profitierten zwar von vielen Einzelaktionen Leroy Sanés, der mit seiner Unbekümmertheit und Schnelligkeit immer wieder Gefahr auf der rechten Seite ausstrahlte. Doch unterm Strich entwickelte Schalke zu selten Druck über die Außen.

Vor allem für die klassischen Strafraumstürmer Klaas-Jan Huntelaar und Franco Di Santo war das ein Problem, weil sie von den Flügeln selten mit Bällen gefüttert wurden. In der Folge passte etwa Huntelaar sein Spiel an, orientierte sich oft nicht mehr so tief in der gegnerischen Hälfte wie früher und versuchte, sich die Bälle von weiter hinten zu holen – nach einer enttäuschenden Hinrunde letztlich mit immerhin akzeptablem Erfolg.


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Baba. Bild: JACK GUEZ/AFP/Getty Images

Baba. Bild: JACK GUEZ/AFP/Getty Images

Vor allem die linke Abwehrseite mit Dennis Aogo und Sead Kolasinac konnte in der letzten Saison kaum offensive Akzente setzen und wettbewerbsübergreifend lediglich 2 Vorlagen beisteuern. Auf der anderen Seite sah es mit insgesamt 7 Vorlagen zwar deutlich besser aus. Doch Junior Caicara (5 Assists) hatte in der Defensive immer wieder Probleme und Sascha Riether ist nicht mehr als ein solider Ergänzungsspieler. Zudem gilt als fraglich, ob Atsuto Uchida nach seiner langen Pause jemals wieder an seine gute Leistungen anknüpfen kann.

Coke und Baba sollen also nicht nur Belastungsspitzen abfedern, sondern vor allem mehr Druck über die Außen entwickeln und ganz nebenbei auch den Konkurrenzdruck in der Mannschaft erhöhen. Zudem erhöhen die beiden Neuzugänge die Optionen von Markus Weinzierl, der Dennis Aogo etwa eher auf der 6 sieht.

In seiner Rede auf der Schalker Mitgliederversammlung sagte Sportvorstand Heidel Ende Juni, Schalke habe eine gute Mannschaft. Ziel sei es aber, diese noch zu verbessern: „Dabei kommt es auf die Mischung an: Erfahrung und Jugend. Tempo und Übersicht, Häuptlinge und Indianer, Künstler und Arbeiter.“ Mit dem 22-jährigen Baba kommt ein weiteres junges und vielversprechendes Talent, mit Coke, dem Ex-Kapitän des FC Sevilla, ein weiterer Häuptling.

Doch bei Coke dürfte ein weiteres Argument gezählt haben. Denn mit dem in Madrid geborenen Fußballer kommt nicht nur ein charismatischer Führungsspieler, der der jungen Schalker Mannschaft Orientierung geben kann. Der 29-Jährige dürfte Schalke auch etwas mehr Siegermentalität einhauchen: Mit seinem Doppelpack gegen den FC Liverpool bescherte der rechte Außenverteidiger dem FC Sevilla – und sich – den dritten Gewinn der UEFA Europa League hintereinander.

Christian Heidel outete sich im Gespräch mit der WAZ  als Bewunderer des FC Sevilla Fan von Cokes Art und Weise. „Denn er verkörpert wie kaum ein anderer die Spielweise, die wir einführen wollen: Wir brauchen Spieler, für die es völlig normal ist, nach einem Ballverlust sofort ins Gegenpressing zu gehen. Außerdem war Coke bei Sevilla Chef, Kapitän und ein absoluter Leader“, so Heidel.

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Über Redaktion (1058 Artikel)
Moritz Nolte ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.

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