Warum Schalkes Ultras Clemens Tönnies „stürzen“ wollen

Bereits seit einigen Wochen sorgen die Ultras Gelsenkirchen für Aufmerksamkeit. Mit diversen Spruchbändern kritisierte „UGE“ Schalkes Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies. Die Ultras machen Tönnies für die ständige Unruhe auf Schalke verantwortlich.

Bild: Susanne Hein-Reipen

Bild: Susanne Hein-Reipen

Die „Bild“-Zeitung formuliert bereits reißerisch, „Ultra-Fans“ wollten Clemens Tönnies stürzen, die Zerreißprobe um den Fleisch-Fabrikanten spitze sich immer mehr zu. Das kann man so sehen, denn als Clemens Tönnies vor dem Spiel gegen den FC Ausgburg Horst Heldt verabschiedete, gab es Pfiffe und „Tönnies Raus“-Rufe aus der Nordkurve.

Doch was kritisieren die Ultras genau?

Die Erklärung der Utras Gelsenkirchen im Wortlaut:

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Bereits mit unserem Spruchband gegen Borussia Mönchengladbach haben wir deutlich gemacht, dass ruhiges Arbeiten auf Schalke nicht möglich zu sein scheint und dass dies vorwiegend mit unserem Aufsichtsratvorsitzenden Clemens Tönnies zu tun hat. Fast täglich tauchen neue Gerüchte rund um das Berger Feld auf. Ist die Managerposition für die neue Saison besetzt, geht es nun scheinbar um den Posten von Trainer Andre Breitenreiter. So wird dessen Arbeit andauernd hinterfragt, was sicherlich nicht nur an den Medien liegt. Clemens Tönnies selbst kippt weiterhin Öl ins Feuer. Seine Kontakte zu verschiedenen Boulevardblättern und seine Redseligkeit gegenüber diesen bereiten den handelnden Personen einmal mehr Probleme. So zitiert ihn “Die Welt”  auf die Frage, wann er Andre Breitenreiter mitteilen wird, dass dessen Zeit auf Schalke endet: „Natürlich werden wir einfordern, und das wird auch der Trainer von der Mannschaft einfordern. Es geht darum, dass bei allen die Antennen ausgefahren sind: Was müssen wir korrigieren, um erfolgreich zu sein?”. Weitere schwammige Aussagen waren: „Christian Heidel hat in Mainz bewiesen, dass er ein Händchen für gutes Personal, für eine gute Trainerauswahl hat“, und  „Er hat auch bewiesen, dass er mutige Entscheidungen treffen kann.“ Diese Ausgaben geben ganz klar neuen Raum für Spekulationen, was am vergangenen Samstag darin gipfelte, dass Andre Breitenreiter unmittelbar vor dem wichtigen Spiel gegen den FC Bayern mit der Aussage konfrontiert wurde, es gäbe bereits einen neuen Trainer für die nächste Saison. Diese medialen Störfeuer in den letzten Wochen sind mehr als kontraproduktiv, um sich in den entscheidenen Spielen auf das Erreichen des Europapokal zu konzentrieren. Ein vernünftiges Arbeiten ist so unmöglich. Wir brauchen keinen Aufsichtsratsvorsitzenden, der der Presse immer wieder Futter für Spekulationen und Gerüchte gibt, anstatt Probleme mit den handelnden Personen hinter verschlossenen Türen zu besprechen. Schaut man sich die Aufsichtsratsvorsitzenden anderer Vereine an, fällt deutlich auf, dass man deren Namen entweder nicht kennt oder diese nicht ständig in der Öffentlichkeit stehen. Die Arbeit des Aufsichtsratsvorsitzenden sind weder Exklusivinterviews in den Medien, noch seltsame Äußerungen, die noch mehr Raum für Spekulationen lassen. Was Schalke braucht, ist ein Konzept und Ruhe, um dieses durchsetzen zu können.

Auf der Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr hat Clemens Tönnies beteuert er “hätte Verstanden” und würde sich in Zukunft in den Medien zurückhalten. Diese Saison beweist: Clemens, du hast nix verstanden!

Für uns steht fest, dass ein ruhiges, konzentriertes und konzeptorientiertes Arbeiten auf Schalke mit diesem Aufsichtsratvorsitzenden nicht möglich ist. Daher kann es nur heißen: “MV 2016: höchste Zeit für Veränderungen”. Für ein Schalke ohne dauernde Unruhe. Für ein Konzept, das konsequent durchgezogen wird und welches man nicht bei dem leichtesten Gegenwind in Frage stellt.

[Quelle: Ultras-GE.de]

Über Moritz (1199 Artikel)
Moritz ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.