Schalke „hinterfragt sich“ seit Jahren – wo bleiben die Antworten?

Eine ernüchternde Niederlage, ein (erneut) blutleerer Auftritt eines (erneut) schwachen FC Schalke 04 bei Aufsteiger Ingolstadt sorgt bei den Fans für kollektives Kopfschütteln und bei den Medien für die obligatorische „Trainer-Frage“. Dabei hatte man auf Schalke nach der Ära Di Matteo gehofft, dass es zumindest sportlich bergauf geht.

Wenige Ausreißer nach oben wechseln sich bei S04 auch in dieser Saison mit vielen unterirdischen Auftritten ab. An eine spielerische oder gar taktische Weiterentwicklung ist aktuell nicht zu denken, wo es offensichtlich am Elementaren fehlt: Am notwendigen Biss, an der Bereitschaft alles zu geben.

Das Bullshit-Bingo des unvergessenen Matthias in der Weide. Wieder erstaunlich aktuell.

Das Bullshit-Bingo des unvergessenen Matthias in der Weide. Wieder erstaunlich aktuell…

Wir erinnern uns: Schalkes neuer Trainer André Breitenreiter hatte schon in der Hinrunde von einem drohenden Übergangsjahr gesprochen. Angesichts des zweit- oder dritthöchsten Personaletats musste das zunächst verwundern. Angesichts der jungen Mannschaft und weniger Optionen im Mittelfeld wurde die Einschätzung Breitenreiters aber größtenteils akzeptiert.

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Später, nach dem frühen Aus in der Europa League, kritisierte der Ex-Paderborn-Trainer, die Erwartungshaltung auf Schalke sei schlicht zu hoch. Selbstkritische Aussagen blieben trotz zum Teil unterirdischster Leistungen weitgehend aus.

Dabei war der 42-Jährige zu Saisonbeginn mit dem Ziel angetreten, offensiv spielen zu lassen („Ich möchte, dass wir schnell zum Torabschluss kommen und viele Tore erzielen„), er wolle „eine Mannschaft mit Mentalität, positiver Einstellung und Einsatzwillen auf dem Platz sehen„.

Die bittere Realität: Beides ist bislang nicht gelungen. Der Schalker Sturm ist schon seit Monaten eher ein laues Lüftchen. Und eine Mannschaft mit höchstem Einsatzwillen steht auch schon länger nicht mehr auf dem Platz.


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Der Blick auf die Tabelle offenbart zudem: Der FC Schalke 04 ist in diesem Jahr nur marginal besser als der aus der letzten Saison. Aktuell steht S04 mit 44 Punkten und 39:38 Toren auf dem siebten Platz. Unter Roberto di Matteo standen die Knappen im letzten Jahr mit 41 Punkten und 37:31 Toren auf dem fünften Tabellenplatz.

Ralf Fährmanns Aussagen nach dem Spiel unterstreichen, dass S04 auf der Stelle tritt. „Jeder einzelne in der Mannschaft muss sich und seine Leistung nach diesem Spiel hinterfragen“, gab einer der besten Schalker in dieser Saison zu Protokoll. Und auch Noch-Manager Horst Heldt gab die gleiche Parole aus. Das erinnert an die letzte Saison, als der Sportvorstand Ende Mai ankündigte, „jede einzelne Position“ zu hinterfragen. Und das erinnert auch an die Saison 2012/2013 als Heldt anmahnte „Jeder muss sich selbst hinterfragen, ob in den entscheidenden Situationen nicht ein paar Prozent fehlen„.

So hinterfragt sich Schalke seit Jahren selbst – ohne Antworten zu liefern.


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Über Redaktion (1058 Artikel)
Moritz Nolte ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.

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