Schalke gegen Salzburg in der Kompakt-Analyse: Solide Leistung gegen schwache Österreicher

Die Europa League bleibt für Schalke ein dankbarer Wettbewerb. Mit einer stärkeren Leistung als zuletzt gewinnt Schalke gegen schwache Salzburger mit 3:1 und holt sich für die Bundesliga wieder etwas Selbstvertrauen.

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Zusammenfassung

Das Spiel brauchte etwas Zeit, um Fahrt aufzunehmen. Nach einer recht ereignislosen ersten Viertelstunde traf Leon Goretzka nach schöner Vorarbeit von Sead Kolasinac zum 1:0 (14. Spielminute). Vor der Pause hätte Kolasinac das 2:0 erzielen könne, doch sein Fernschuss ging knapp am Gehäuse vorbei. Dann wurde es Zeit für zwei Schalker Slapstick-Tore. Zunächst fälschte Salzburgs Duje Caleta-Car eine Hereingabe von Benedikt Höwedes von der rechten Seite sehenswert ins eigene Tor ab (47. Spielminute). 11 Minuten später: Naldo wuchtete nach einer Ecke von Johannes Geis den Ball mit dem Kopf an die Unterkante der Latte. Der Ball knallte deutlich hinter die Torlinie. Doch der 3 Meter entfernt stehende Torrichter konnte kein Tor erkennen – anders als die komplette Nordkurve bis hinauf in die letzten Reihen im Oberrang. Und so war es immerhin Benedikt Höwedes, der im Liegen die Pille zum 3:0 im Tor unterbringen konnte. Nach dem Spiel sollte die UEFA bekannt geben, dass Naldo der Treffer zugesprochen wird. In der 72. Spielminute verteidigte Schalke einmal nicht konsequent genug, sodass Salzburgs Soriano zum 1:3-Anschlusstreffer einnetzen konnte.

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Aufstellung und Taktik

Fährmann – Kolasinac (81. Baba), Nastasic, Naldo, Höwedes – Geis, Bentaleb – Meyer (89. Stambouli), Goretzka (67. Konoplyanka), Schöpf – Embolo

Schalke-Trainer Markus Weinzierl stellte auf fünf Positionen um. In der Abwehr entschied sich der 41-Jährige für die defensivere Variante: Sead Kolasinac rückte auf der linken Verteidigerposition für Abdul-Rahman Baba in die Startelf, Benedikt Höwedes musste wieder auf der rechten Seite ran. In der Innenverteidigung spielte Naldo wieder neben Nastasic. Johannes Geis begann nach der Niederlage gegen Köln erstmals wieder in der Startelf.

In der Offensive spielten Max Meyer auf links, Leon Goretzka auf der 10 und Alessandro Schöpf auf der rechten Seite. Breel Embolo durfte im Sturm für den erkrankten Klaas-Jan Huntelaar ran. Die beiden Außen, Meyer und Schöpf, orientierten sich wie in Weinzierls System üblich meist in Richtung Zentrum, um möglichst viele Abnehmer für Bälle von außen im Strafraum zu haben. Im Ergebnis haben es Schalkes Gegner oft nicht schwer, außen Überzahl in Ballnähe herzustellen. Doch Schalke schaffte es immer wieder, über die Außen Gefahr zu erzeugen – und zwei Mal ausgehend von den beiden Außenverteidigern zu treffen.

Die Tore

1:0, 15. Spielminute: Goretzka


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2:0, 47. Spielminute: Eigentor Caleta-Car (Höwedes)

3:0, 58. Spielminute: Höwedes

3:1, 72. Spielminute: Soriano

Die Statistik

Schalke
          vs.
Salzburg
21
Torschüsse
13
12
Ecken 3
15
Fouls
16
54,7
Ballbesitz in %
45,3
2
Abseits
0

Die Erkenntnisse des Spiels

  • Schalke hatte den Gegner trotz eines weniger intensiven Pressings aber dank einer disziplinierten und gut verschiebenden Defensive immer im Griff.
  • Schalke offenbarte in der Abwehr aber immer wieder unnötige Schwächen, wie beim 1:3-Anschlusstreffer.
  • Schalke kann mehr als 1 Tor in einem Spiel erzielen – und hätte sogar noch höher gewinnen können.
  • Schalke zeigte eine ambitionierte Leistung, wird sich gegen Mönchengladbach am kommenden Sonntag aber erheblich steigern müssen.
  • Johannes Geis spielte stark und sorgte mit seinen öffnenden Pässen desöfteren für gute Offensivaktionen (9 Pässe, die zu Torschüssen führten!).
  • Auch Alessandro Schöpf spielte auffällig und zeigte, dass er Schalkes Offensive verstärken kann (4 Schüsse aufs Tor).
  • Der für seine Offensivleistungen immer wieder kritisierte Sead Kolasinac zeigte defensiv und in der Offensive eine starke Partie, bereitete das wichtige 1:0 vor und hätte später selbst zum 2:0 treffen können.
  • Benedikt Höwedes machte erneut ein super Spiel und war maßgeblich an zwei Schalker Toren beteiligt.
  • Embolo fehlt nach wie vor – auch als Mittelstürmer – die Bindung zum Spiel. Er wird weiter Zeit benötigen.
  • Bis auf eine gute Torchance war von Max Meyer wenig zu sehen.
  • Nabil Bentaleb spielte dieses Mal unauffällig, leistete sich wieder einen gefährlichen, unnötigen Ballverlust, der allerdings ohne Folgen blieb.

Das sagen die Trainer

Markus Weinzierl:

Wir haben gut gespielt. Gerade in der Offensive hatten wir eine sehr junge Mannschaft auf dem Platz. In so einer Drucksituation muss man erst einmal solch eine Leistung abliefern. Es war ein hochverdienter Sieg. Wir sind gut ins Spiel gekommen. Wichtig war das 1:0 durch Leon Goretzka. Im zweiten Durchgang war das schnelle zweite Tor dann wichtig. Nach dem 3:0 haben wir es dann versäumt, vielleicht noch das vierte Tor draufzulegen. Am Ende haben wir es auch nach dem Gegentor souverän über die Bühne bekommen und nach zwei Spielen in der Europa League sechs Punkte auf dem Konto. Der Sieg wird uns Selbstvertrauen für die kommende Aufgabe in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach geben.

Oscar Garcia:

In der ersten Halbzeit hatten wir das Spiel weitestgehend unter Kontrolle. Wir wollten viel Ballbesitz haben. Das ist uns gelungen. Schalke hatte eine gute Chance. Die führte leider zum Tor. Die zweite Hälfte ging dann sehr unglücklich los. Nach dem schnellen Eigentor war es für den Gegner einfach, das Geschehen zu kontrollieren. Ich bin dennoch nicht unzufrieden mit unserem Auftritt. Wir haben eine junge Mannschaft und können aus diesen Spielen lernen.

[Quelle: schalke04.de]

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Moritz Nolte ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.

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