Ganz bittere Niederlage gegen Leverkusen: Schalke begeistert mit toller Mentalität

Schalke verliert 0:1 gegen Leverkusen. Eine bittere Niederlage. Dabei sah es lange Zeit richtig gut aus, was die Knappen spielten.

Angesichts des gelbgesperrten Benedikt Höwedes und des krankheitsbedingt fehlenden Matija Nastasic musste Cheftrainer Markus Weinzierl die Defensive umbauen. Sead Kolasinac rückte für Nastasic in die 3er-Kette. Thilo Kehrer kam für Höwedes. Abdul-Rahman Baba durfte die linke Außenbahn bearbeiten, rechts wie gewohnt Alessandro Schöpf.

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Das Spiel war keine sechs Minuten alt, als Schiedsrichter Aytekin in glänzender Zusammenarbeit mit Leverkusens Chicharito ganz Schalke schockte. Chicharito hatte wohl letzte Woche beim Spiel gegen Leipzig genau hingesehen und ließ sich von Timo Werner inspirieren. Nachdem Sead Kolasinac es fertigbrachte, innerhalb von zwei Minuten drei Fehlpässe zu spielen, war es der dritte, der Folgen hatte. Sein unsauberer, für Naldo gedachter Pass kam zu Chicharito, der durchstartete. Eine ganz leichte Berührung vor der Strafraumkante von Naldo genügte, um abzuheben. Aytekin zückte rot für Schalkes Brasilianer. Ärgerlich: Der Mexikaner legte sich den Ball zu weit vor, eine einfache Sache für Ralf Fährmann. Eine „klare Torchance“ war da schon obsolet.

In der Folge rückte Johannes Geis in die 3er-Abwehrkette. Und Schalke zeigte die richtige Reaktion, ließ Leverkusen kommen, stand hinten super und konnte nach Ballgewinnen (Kehrer 9, Goretzka 7) und schnellem Umschaltspiel immer wieder gefährlich kontern. Toll, wie Schalke Leverkusen immer wieder vor größte Probleme stellte! Während Leverkusen vorne nichts zustande brachte, hatte S04 die besseren Chancen. Das Problem: Der letzte, entscheidende Ball wollte und wollte nicht gelingen.

Vor dem Halbzeitpfiff der nächste Aufreger. Baba wurde im Leverkusener Strafraum von Benjamin Henrichs zu Fall gebracht. Während Schiedsrichter Aytekin in der 6. Spielminute die Pfeife (und die rote Karte) noch ziemlich sitzen hatte, verzichtete er jetzt auf einen Pfiff. Zumindest auf Schalker Seite war man sich einig: Wenn es in der 6. Spielminute ein Foul von Naldo war, dann hätte es auch das Einsteigen von Leverkusens Henrichs sein müssen. So blieb es beim 0:0 nach 45 Minuten.

Schalkes Fans waren jetzt – und nach zahlreichen fragwürdigen Schiedsrichter-Entscheidungen im Vorfeld – auf 180.

Im  Laufe der zweiten Halbzeit schwanden die Kräfte auf Schalker Seite merklich, doch die Knappen kämpften aufopferungsvoll und hätten das 1:0 jetzt mehr als verdient gehabt. Doch Leverkusen wurde 10 Minuten vor Schluss etwas stärker.

Markus Weinzierl wollte das Spiel offenbar mit seiner Startelf klar machen. Erst in der 79. Spielminute wechselte Weinzierl zum ersten Mal (Bentaleb für Meyer), da hatte sein Gegenüber Roger Schmidt längst alle Wechsel vollzogen. Drei Minuten vor Schluss kam Stambouli für Konoplyanka, um die Defensive zu stärken. Vergeblich. Ausgerechnet Stefan Kiessling markierte eine Minute vor Schluss mit seinem ersten Saisontor das 1:0. Der in der 91. Spielminute eingewechselte Donis Avdijaj (sein Bundesligadebüt) konnte nichts mehr ausrichten. So blieb es beim unfassbar bitteren 0:1.


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Markus Weinzierl nach dem Spiel:

„Die bessere Mannschaft hat verloren. Nach der Roten Karte haben wir es sehr gut gemacht. Wir haben stark verteidigt, gut umgeschaltet und hatten diverse Kontersituationen. Leider haben wir davon keine nutzen können. Gehen wir in Führung, dann glaube ich, dass wir auch gewinnen. Das Gegentor in der 89. Minute war dann sehr bitter. Wenn man kein Tor schießt, muss man zu Null spielen, um zu punkten. Beim Freistoß, der aus meiner Sicht keiner war, dann aber zum Tor führte, haben wir aber schlecht verteidigt. Trotz der Niederlage bin ich mit der Art und Weise, wie meine Mannschaft aufgetreten ist, sehr zufrieden. Wir haben bis zum Schluss alles gegeben. Leider war das Ergebnis das falsche.“

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Moritz ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.

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