Ein Spiel zum Kopfschütteln

Für das Spiel gegen Werder Bremen hatte sich Cheftrainer André Breitenreiter gewünscht, „dass nur ein Bruchteil der Torabschlüsse so umgesetzt wird wie im Training.“ Ein Wunsch, der nicht ansatzweise in Erfüllung gehen sollte.

Schalke begann furios, war die deutlich aktivere Mannschaft und sollte sich in der ersten Halbzeit Chance um Chance erarbeiten. Sogar die von Breitenreiter geforderten vertikalen Pässe aus dem Mittelfeldzentrum kamen.

Doch das einzige Schalker Tor an diesem Abend sollte nach einer Standardsituation erzielt werden. Bereits in der 4. Spielminute köpfte Joel Matip eine Geis-Ecke ins Bremer Tor.

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Johannes-Geis

Johannes Geis kann den Schuss von Clemens Fritz nicht blocken, der zum Ausgleich im Schalker Tor einschlägt. Bild: Gerd Krause Sportfotos

Schalke hätte vor der Halbzeitpfiff erhöhen müssen, scheiterte aber einmal mehr an der katastrophalen Chancenverwertung. Vor allem Klaas-Jan Huntelaar brachte den Ball bis Spielende alleine sechs Mal auf das gegnerische Tor und hatte gleich mehrere hochkarätige Einschussmöglichkeiten. Doch einnetzen konnte der Niederländer nicht.

Bis kurz vor der Halbzeitpause war Schalke in der Defensive sehr wach, agierte aufmerksam und vereitelte schon im Mittelfeldzentrum die wenigen Bremer Offensivaktionen. In der 42. Spielminute der erste Warnschuss von Pizarro nach schwacher Schalker Abwehrarbeit.

Nur eine Minute später klingelte es im Schalker Kasten: Johannes Geis störte Clemens Fritz nicht entscheidend, sodass dieser nach zwei Pirouetten aus 18 Metern Ralf Fährmann im Schalker Tor überwinden konnte.


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Was Schalkes Fans von der zweiten Halbzeit erwarten durften, kündigte sich 40 Sekunden nach Wiederanpfiff an. Zunächst ließen sich vier Schalker von zwei Bremern übertölpeln, zum Glück scheiterten sowohl Öztunali als auch der völlig frei vor dem Tor stehende Claudio Pizarro. Wo war Schalkes Abwehr?

Eine Minute später hätte Leroy Sané die Führung wieder herstellen müssen, doch der Youngster scheiterte frei stehend.

Im Gegenzug zeigte Werder Bremen auf, woran es bei Schalke nach wie vor hapert: Wieder tankte sich Clemens Fritz ins Schalker Drittel, umspielte Max Meyer, der den 35-Jährigen im Mittelfeld hätte stellen müssen. Auch Leon Goretza und Sead Kolasinac ließen den Bremer auf halbrechts gewähren. Der konnte flanken und fand Claudio Pizarro, der von Joel Matip nicht eng genug gedeckt wurde – 1:2.

Eben dieser Matip – und auch Leroy Sané – hatten danach weitere Hochprozenter, um zumindest den Ausgleich wieder herzustellen. Doch wieder nichts.

Und, jaja, 2 Euro ins Phrasenschwein, „wenn du vorne die Dinger nicht machst, kassierst du hinten“. Wie in der 89. Spielminute. Wieder (!) war es Clemens Fritz, der das 3:1 für Werder Bremen vorbereiten sollte. Junior Caicara konnte den Bremer auf seiner rechten Seite nicht stoppen, der sich erneut in den 16er durchtanken konnte. Seine Flanke fand Anthony Ujah, der sich am Fünfmeterraum gegen Roman Neustädter durchsetzen konnte. 1:3.

Über Redaktion (1091 Artikel)
Moritz Nolte ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.

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