Wie könnte Schalke 04 in der Saison 2015/2016 spielen? [Update]

Horst Heldt und André Breitenreiter basteln nach wie vor am Kader für die Saison 2015/2016. Neu-Trainer André Breitenreiter will offensiv spielen lassen und möchte taktisch variabel agieren. Wir haben uns Gedanken gemacht, wie Schalke in der kommenden Saison spielen könnte.

Gehen mussten unter anderem Kyriakos Papadopoulos, Christian Fuchs, Jan Kirchhoff und Chinedu Obasi. Auch der Vertrag des vielseitig einsetzbaren Tranquillo Barnetta wurde nicht verlängert. Zudem hat sich mit Jefferson Farfan Schalkes Ausnahmekönner auf der rechten Außenbahn verabschiedet. Xherdan Shaqiri hält sich in der Transfer-Gerüchteküche hartnäckig als möglicher Farfan-Ersatz.

Viel versprechende Neuzugänge

Franco di Santo

Neu im Team: Franco di Santo. Bild: Gerd Krause Sportfotos

Mit dem aktuellsten Neuzugang in Person von Franco di Santo hat Schalke einen Stürmer von Format geholt, der Klaas-Jan Huntelaar entweder Druck machen kann oder Seite an Seite mit dem Hunter im 4-4-2 spielen kann. Die beiden Baustellen „Rechte Außenverteidigerposition“ und „Defensives Mittelfeld“ wurden mit Junior Caicara und Sascha Riether in der Verteidigung sowie Johannes Geis auf der 6 abgehakt. Insbesondere Johannes Geis dürfte Schalkes Offensivspiel merklich ankurbeln und zusammen mit Julian Draxler zur kreativen Schaltzentrale werden.

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Nach dem Abgang von Jefferson Farfan sah sich Königsblau bereits gezwungen, den schon aussortierten Sidney Sam zu rehabilitieren, um auf der rechten Außenbahn nicht allzu blank dazustehen. Sollte Julian Draxler doch noch zu Juventus Turin transferiert werden, würde S04 auf der linken Außenbahn die nächste Baustelle aufmachen.

Breitenreiters Spielidee: Offensiv und schnell spielen

Breitenreiter will dynamisch spielen lassen. Am liebsten mit Julian Draxler. Bild: Gerd Krause Sportfotos

Breitenreiter will dynamisch spielen lassen. Am liebsten mit Julian Draxler. Bild: Gerd Krause Sportfotos

Aktuell arbeiten André Breitenreiter und sein Trainerteam daran, den Profis ihre Spielidee zu vermitteln. „Ich möchte, dass wir schnell zum Torabschluss kommen und viele Tore erzielen. Ob das immer gelingt, ist etwas anderes. Ich bin aber kein Freund davon, den Ball hinten 28 Mal rumschieben zu lassen. Wir wollen schnell nach vorne agieren, weil wir in der Offensive hervorragende Spieler haben“, sagt Breitenreiter. Außerdem erwartet Breitenreiter von seiner Mannschaft ein schnelles Umschaltverhalten nach Ballgewinn und aggressives Gegenpressing nach Ballverlust. Und auch in der geordneten Defensive werden sich Schalkes Profis 2015/2016 nicht ausruhen können, denn André Breitenreiter will hohes Pressing spielen lassen.

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Verschiedene taktische Grundformationen

André Breitenreiter hat in der Vorbereitung mit verschiedenen Systemen gearbeitet. Offenbar favorisiert der Ex-Paderborner für seine offensive Spielweise ein 4-4-2 oder das auf Schalke gewohnte 4-2-3-1. Im Testspiel gegen den FC Porto ließ Breitenreiter gar im 4-2-2-2 spielen: Auf den Außenbahnen spielten Julian Draxler links und Leon Goretzka rechts. Im defensiven Mittelfeld spielten Johannes Geis und Roman Neustädter Seite an Seite. Bei Ballbesitz rückten beide nach vorne ins zentrale Mittelfeld und stellten so dort eine Schalker Überzahl her. Nach Ballverlust konzentrierten sich die beiden Stürmer Klaas-Jan Huntelaar und Franco di Santo auf schnelles Gegenpressing oder kippten ab ins zentrale Mittelfeld, um hier die Räume dicht zu machen.

Schalke 04 4-2-2-2

4-2-2-2

Angesichts der Dreifachbelastung (Bundesliga, DFB-Pokal und Europa-League) erscheint fraglich, ob es reicht, mit Julian Draxler, Eric Maxim Choupo-Moting, Leroy Sané, Sidney Sam und gegebenenfalls Leon Goretzka für die Außenbahnen in die Saison zu gehen. Wenn es hart auf hart kommt, könnte André Breitenreiter alternativ sicherlich auch im zentraleren 4-4-2 mit Raute spielen lassen. Tranquillo Barnetta als offensiver Allrounder hätte Schalke als Back-Up aber sicherlich gut getan.

Schalke 04 4-4-2

4-4-2

Schalke 04 4-2-3-1

4-2-3-1

Standards als weiterer Schwerpunkt

Ein Drittel aller Tore fallen nach ruhenden Bällen. Beim FC Schalke 04 waren es in der letzten Saison nicht einmal ein Viertel – trotz der körperlichen Eignung des Schalker Personals. Hier wird André Breitenreiter ansetzen und lässt Standardsituationen bereits ausgiebig trainieren. Bei Eckbällen und indirekten Freistößen sollten kopfballstarke Spieler wie Joel Matip (1,95 Meter), Matija Nastasic (1,88 Meter) und Benedikt Höwedes (1,87 Meter) in der nächsten Saison häufiger treffen. Neuzugang Franco di Santo sollte mit seinen 1,93 Metern Körpergröße auch für den ein oder anderen Kopfballtreffer gut sein. Als Freistoßschütze dürfte vor allem Johannes Geis zum Einsatz kommen, der bei Mainz 05 bereits zahlreiche sehenswerte Freistoß-Tore produzierte und von dem André Breitenreiter sagt, er sei eine „Waffe„.

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Schalke-Transfers zur Saison 2015/2016:

Neuzugänge:
Franco di Santo, Werder Bremen: 6 Mio. Euro
Sascha Riether, SC Freiburg: ablösefrei
Johannes Geis, FSV Mainz 05: 12 Mio. Euro
Junior Caicara, Ludogorets Rasgrad: 6 Mio. Euro
Matija Nastasic, Manchester City: 9,5 Mio. Euro
Michael Gspurning, Schalke II: ablösefrei
Thilo Kehrer, Schalke U19: ablösefrei
Summe = 33,5 Mio. Euro

Abgänge:
Jefferson Farfan, Al Jazira Abu Dhabi: ca. 7-10 Mio. Euro
Kyriakos Papadopoulos, Bayer Leverkusen: 6,5 Mio. Euro
Marcel Sobottka, Fortuna Düsseldorf: unbekannt
Timon Wellenreuther, RCD Mallorca (verliehen): unbekannt
Sowie Tranquillo Barnetta, Christian Fuchs, Jan Kirchhoff, Chinedu Obasi (alle ablösefrei)
Summe = 13,5 – 16,5 Mio. Euro

Über Moritz (1220 Artikel)
Moritz ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.