Schalke scheitert an der eigenen Chancenauswertung

Im Vorfeld hatte Cheftrainer Roberto di Matteo vor offensivstarken Frankfurtern gewarnt. Insbesondere Bundesliga-Toptorschütze Alexander Meier hatte dem Italiener Respekt abgerungen – kein Wunder bei bis dato 14 Toren. Vermutlich auch genau deshalb schickte Di Matteo exakt die Startelf ins Spiel gegen Eintracht Frankfurt, die gegen Borussia Mönchengladbach mit einer bärenstarken Defensivleistung („Schalker Beton“) begeistert hatte.

Wer jetzt erneut Schalker Catenaccio und Frankfurter Hurra-Fußball erwartet hatte, sah sich getäuscht: Schalke stand vergleichsweise hoch und nachdem Timon Wellenreuther bereits früh beherzt mit einem Kopfball an der Strafraumgrenze klären musste, kontrollierte Schalke das Spiel und spielte sich zahlreiche Chancen heraus.

Schalkes Startelf

Schalkes Startelf

Bis zur 21. Spielminute hatte S04 schon viermal das 1:0 auf dem Schlappen: nach schnellem Passspiel konnte sich Schalke in der 9. Minute eine Überzahlsituation erarbeiten. Atsuto Uchida hatte knapp vor dem 16er links mit Marco Höger und Eric Maxim Choupo-Moting zwei völlig frei stehende, potenzielle Abnehmer, passte aber schlampig in Frankfurts Hintermannschaft.

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Anschließend scheiterte Marco Höger mit einer Super-Möglichkeit an Frankfurt Keeper Kevin Trapp. Den Abpraller bugsierte Eric Maxim Choupo-Moting zwar ins Tor, stand dabei aber im Abseits.

In der 17. wurde Christian Fuchs auf links von Tranquillo Barnetta schön in Szene gesetzt, legte sich dem Ball im 1:1 gegen Kevin Trapp aber zuweit vor. Vier Minuten später war es erneut Marco Höger mit einer guten Chance – aber wieder nichts. Zudem standen die Königsblauen bis hierhin ganze dreimal im Abseits.

Nach dieser Drangphase der Schalker kamen die Frankfurter besser ins Spiel. Dennoch gehörten dem FC Schalke die letzten beiden Szenen der ersten Halbzeit, aber auch diese Dinger konnte S04 nicht verwerten.

Christian Fuchs FC Schalke 04

Christian Fuchs. Bild: Gerd Krause Sportfotos

Das sollte sich rächen. Frankfurt erarbeitete sich in der zweiten Halbzeit immer mehr Ballbesitz, kam immer wieder über rechts – und zum 1:0: in der 65. Spielminute schufen die Frankfurter auf rechts eine Überzahlsituation: Tranquillo Barnetta, Christian Fuchs und Jan Kirchhoff sahen sich dem starken Frankfurter Dreieck bestehend aus Chandler, Aigner und Stendera gegenüber. Jan Kirchhoff musste jedoch zusätzlich Seferovic auf halbrechts zustellen, der wenige Meter vor dem Schalker Strafraum völlig frei stand. Matija Nastasic hätte wohl aus der 3er-Kette herausrücken müssen, um die entstandene Überzahl zu neutralisieren, hatte aber seinerseits wohl auch Seferovic im Auge. In der Folge spielten Chandler, Stendera und Aigner Christian Fuchs aus. Timothy Chandlers Flanke wurde vom „Fuchser“ so abgefälscht, dass der Ball für Joel Matip unerreichbar quasi auf dem Kopf von Piazon landete, der aus vier Metern kein Problem hatte, Wellenreuther zu überwinden.

Roberto di Matteo ließ sich mit Auswechslungen Zeit, brachte aber dennoch neues Personal: Max Meyer für Tranquillo Barnetta (68.), den Debütanten Felix Platte für den enttäuschenden Kevin-Prince Boateng (79.) und Sidney Sam für Christian Fuchs (82.). Es blieb beim 3-5-2 – viel Mut bewies der Italiener mit den Wechseln also nicht.


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Während Max Meyer das Spiel kaum beleben konnte und etwas unglücklich agierte, hatte Felix Platte in der 86. Spielminute den Ausgleich „auf der Stirn“ – Kevin Trapp im Tor der Frankfurter konnte aber parieren.

Schalke scheiterte in Frankfurt ausgerechnet an den eigenen Paradedisziplinen: Chancenauswertung und Standardsituationen. Zudem stellte Frankfurt Schalkes Offensivakteure ein ums andere Mal ins Abseits. Mit zunehmender Spieldauer ließen Schalkes Offensivaktionen immer mehr nach. Hinten stand Schalke erneut richtig gut. Bis zur 65. als eine falsche Defensivzuordnung von Frankfurt eiskalt ausgenutzt und bestraft wurde.


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Über Redaktion (1019 Artikel)
Moritz Nolte ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.

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