Medien: „Roberto di Matteo ist gescheitert“

Update 9.4.2015: Jetzt seid ihr dran! Macht mit bei unserer Leser-Umfrage „Ist Roberto di Matteo tatsächlich gescheitert?“

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Schalke 04 wird in dieser Saison die Champions League-Plätze verpassen. Das scheint nach dem 0:0 in Augsburg und angesichts von nunmehr acht Punkten Rückstand auf den Tabellenvierten Bayer Leverkusen mehr als wahrscheinlich. Anstatt zum Angriff auf die Champions League-Plätze zu blasen, gab es in den letzten sieben Spielen ganze sechs Punkte und nur einen Sieg. Das Spiel gegen den FCA könnte die Initialzündung für die Medien gewesen sein, sich langsam auf Roberto di Matteo einzuschießen. Ein Überblick.

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Roberto di Matteo. Bild: Gerd Krause Sportfotos

Roberto di Matteo. Bild: Gerd Krause Sportfotos

Frank Lamers von der „WAZ“ vergleicht die aktuelle Di Matteo-Bilanz mit der von Jens Keller: „Der in Sachen Außenrepräsentation wesentlich weniger talentierte Vorgänger hatte zum gleichen Saisonzeitpunkt 2014 mit seiner Mannschaft elf Punkte mehr erwirtschaftet. Und am Ende erreichte er mit dem FC Schalke die Champions League.“ Zwar konnte Di Matteo S04 nach der Übernahme des Cheftrainerpostens vom 11. Tabellenplatz zwischenzeitlich bis auf Rang 3 führen. Seitdem läuft aber kaum noch etwas. Lamers stellt fest, dass „RDM“ bislang die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Richtig ist sicherlich, dass ein Verpassen der CL-Plätze nicht den Erwartungen entspricht.

Für Frank Leszinski von der „Recklinghäuser Zeitung“ kann die „Mission“ von Roberto die Matteo „als gescheitert eingestuft werden“. „Die Hoffnungen, dass Di Matteo in der Winterpause den Kader so in Schuss bringt, dass nach 34 Spieltagen wieder die Qualifikation für die Königsklasse steht, sind längst verflogen.“

Was die beiden Regionalblätter außer acht lassen, ist die Tatsache, dass Di Matteo mit einer Mannschaft arbeiten muss, die er im Saisonverlauf übernommen und nicht selbst zusammengestellt hat. Lediglich mit Innenverteidiger Matija Nastasic bekam der Italiener im Winter immerhin einen Wunschspieler. Bei dem lag RDM aber goldrichtig – so richtig mag man sich Schalke ohne den Serben gar nicht mehr vorstellen. Das weckt Hoffnungen auf ebenfalls einschlagende Neuzugänge im Sommer.

Erstaunlich nüchtern gibt sich (noch) die „Bild„. Peter Wenzel hat auf Schalke einige Problemfelder ausgemacht: Schalke müsse die latente Verletzungsseuche in den Griff bekommen und die Fitness der Mannschaft verbessern. Zudem kritisiert Wenzel Schalke-Manager Horst Heldt: der müsse „bei den Transfers wieder ein glücklicheres Händchen haben“ und für die nächste Saison Sturm-Alternativen für den 918 Minuten torlosen Klaas-Jan Huntelaar und Eric Maxim Choupo-Moting holen.

Jörg Strohschein vom „WDR“ setzt nicht ausschließlich bei Roberto di Matteo an, sondern zunächst bei der Mannschaft. Seine Kritik ist aber nicht minder scharf: der Mannschaft fehlten „die Grundlagen, die im modernen Fußball nötig sind, um Spiele zu gewinnen.“ Zwar habe RDM die Defensivarbeit verbessern können, dies habe aber zur Folge gehabt, „dass die Schalker kaum noch ein Angriffsspiel entwickeln.“ Und weiter: „Unter dem Italiener vergessen die Spieler nun regelmäßig das Erzielen von Treffern oder kommen gar nicht erst in die Nähe von Tormöglichkeiten.“


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Über Redaktion (1088 Artikel)
Moritz Nolte ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.

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