Kommentar: Juventus macht sich lächerlich

Schlappe 69 Millionen Euro hat Juventus Turin in dieser Transferperiode allein für drei neue Mittelstürmer ausgegeben. Trotzdem hätten die Italiener gerne noch einen Mann für das offensive Mittelfeld. Das soll nach wie vor Julian Draxler vom FC Schalke 04 sein. Könnte aber auch Henrikh Mkhitaryan sein.

Julian Draxler

Julian Draxler. Bild: Gerd Krause Sportfotos

Italienischen Medienberichten zufolge sollen sich Julian Draxler und Juventus Turin bereits seit Wochen einig sein, ein Transfer nur noch eine Frage der Zeit. Gegenüber Goal.com soll Draxler-Berater Roger Wittmann erklärt haben, dass beide Parteien eine grundsätzliche Einigung erzielt hätten. Ein Dementi folgte auf dem Fuße: „Dass Julian Draxler und Juve eine Einigung erzielt haben, das hab ich zu niemanden gesagt“, erklärte Wittmann gegenüber der „Sport Bild“ .

Wie dem auch sei: für einen Wechsel bedarf es nach Verstreichen der Frist, die es Julian Draxler ermöglichen würde zu wechseln, wenn ein Club bereit ist, 45,5 Millionen Euro auf den Tisch zu legen, der Zustimmung des FC Schalke 04.

Juve muss also nicht nur Julian Draxler, sondern vor allem auch Schalke-Manager Horst Heldt überzeugen – und das dürfte nicht einfach sein, der 21-Jährige gilt schließlich als eines der größten Talente des deutschen Fußballs.

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Außerdem ist der gebürtige Gladbecker Ur-Schalker, der in der Region entsprechend verwurzelt ist und seit 14 Jahren bei S04 spielt. Genau diese Spieler sind es, die für die Schalker Identifikation so wichtig sind.

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Aus gleich mehreren Gründen ist es also undenkbar, dass Schalke einen Spieler wie Julian Draxler verramschen würde!

Bis nach Italien scheint sich das noch nicht herum gesprochen zu haben: Angebot Nummer 1 rang Horst Heldt lediglich ein müdes Lächeln ab. 15 Millionen Euro Ablöse + Bonuszahlungen sollen die Italiener geboten haben. Ein Witz.

Wie italienische Medien jüngst berichteten, soll Juventus Turin nun ein „letztes Angebot“ vorbereiten. Juventus-Sportdirektor Giuseppe Marotta sei bereit, 18 Millionen Euro plus neun Millionen Euro Boni für den Nationalspieler zu bezahlen. Auch das wird Schalke nicht überzeugen.

Julian Draxler

Julian Draxler. Bild: Gerd Krause Sportfotos

Angesichts eines Marktwerts von rund 22 Millionen Euro (zumindest laut „transfermarkt.de“ ) dürfte sich mittlerweile auch Julian Draxler Gedanken über die Wertschätzung machen, die ihm Juventus da entgegen bringt. Für Neuzugang Paulo Dybala zahlten die Italiener etwa 32 Millionen Euro (+ 8 Millionen Bonuszahlungen) – Marktwert: 28 Millionen Euro. Bei Simone Zaza lag die Ablösesumme gar sieben Millionen über Marktwert.

Sicher: die hohen Erwartungen hat Julian Draxler in den letzten beiden Saisons nicht erfüllen können. Doch momentan macht der 21-Jährige den Eindruck, als könnte er in dieser Saison so richtig durchstarten – und seinen Marktwert noch einmal deutlich erhöhen.

Ganz offensichtlich ist Juventus Turin mittlerweile knapp bei Kasse, zumindest solange Mega-Talent Paul Pogba nicht verkauft wird, und/oder fürchtet Konsequenzen des „Financial Fairplay“.

Und stimmen die aktuellen Gerüchte, wonach Juventus Turin nun auch Henrikh Mkhitaryan auf dem Zettel haben soll, könnte Juves Feldzug über den Transfermarkt eine weitere peinliche Episode bedeuten. Immerhin müsste sich Schalke dann nicht mehr mit den Italienern befassen…

Über Moritz (1220 Artikel)
Moritz ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.