Kommentar: Di Matteo sollte auf Max Meyer setzen

Manche Fußballspiele lässt man lieber erstmal einige Tage sacken, bevor man sich dazu äußert. Nun sind ein paar Worte rund ums Derby aber fällig. 

Max Meyer Teaser

Max Meyer. Bild: Gerd Krause Sportfotos

Es passiert nicht oft, dass ich mich ärgere, wenn der FC Bayern verliert. Im Mai 2012 war es dann aber soweit. Als sich Chelsea im Champions-League-Finale gegen die Bayern zuerst mit einem Drogba-Tor in der 88. Minute in die Verlängerung mogelte und schließlich im Elfmeterschießen gewann, war ich wirklich wütend. Weil Chelseas Mauerfußball einfach unansehnlich war, während die Münchner mit attraktivem Spiel gegen die englische Wand rannten. So sollte Fußball nicht aussehen, so macht er keinen Spaß, dachte ich mir und verfluchte Chelseas Trainer – Roberto Di Matteo.

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Heute ist genau dieser Di Matteo Trainer auf Schalke. Und man ist versucht, eine Parallele zu ziehen angesichts der defensiven Ausrichtung des S04. Man ist versucht, erneut Mauer- und Mörtelfußball zu verfluchen. Besonders angesichts des furchtbaren Spiels, das die Schalker im Derby in Dortmund ablieferten: Während von 31 BVB-Schüssen 13 beim Schalker Tor ankamen, feuerte Schalke insgesamt nur 3 Mal auf den Dortmunder Kasten, wovon kein Schuss ankam.

Di Matteo zweifelt am System

Mit ein paar Tagen Abstand und weiterem Blick muss man sagen: Ja, Schalke spielt unter Di Matteo defensiv, aber nicht immer sieht das so aus wie gegen Dortmund. So lagen die Knappen im Spiel zuvor etwa mit 24 Torschüssen klar vor Gegner Bremen mit nur 14 Torschüssen. Auch schränken die vielen Verletzten den Trainer in seinen Offensiv-Möglichkeiten ein. Außerdem hat Di Matteo auf Schalke durchaus Erfolg: Er brachte die Königsblauen von Tabellenplatz 11 auf zurzeit Rang 5. Auf der anderen Seite hat Schalke aus den vergangenen drei Partien nur einen Punkt geholt.


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Soviel zu den Zahlen und Fakten. Doch wenn man so untergeht wie in Dortmund am Wochenende, bedeutet das mehr als jede Statistik. Das hat auch der Trainer gemerkt. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel sagte er, er müsse sich nun „grundsätzlich überlegen, wie es bei uns für die Zukunft weitergeht“ und ob er „in diesem System weiterspielen“ wolle.

Mehr Vertrauen in Meyer bitte

Einen guten Anfang  für einen Kurswechsel könnte Di Matteo meiner Meinung nach bei Max Meyer machen. Der durfte gegen den BVB gar nicht ran – zu Unrecht, wie ich finde. Denn etwa bei Meyers Einwechslung in der Champions League gegen Real Madrid hatte ich das erste Mal in dieser Partie das Gefühl, dass da nach vorne etwas gehen könnte. Mit seinem Tor gegen Maribor schoss er Schalke nicht nur ins Achtelfinale, sondern zeigte auch, dass er in wichtigen Momenten den entscheidenden Unterschied machen kann. Und auch in der Bundesligapartie vor dem Derby, gegen Bremen, machte Meyer das einzige Tor für Schalke.

Klar, bringt ein Spieler wie Max Meyer auch die Gefahr mit sich, sich mal zu verdribbeln, den Ball zu verlieren und einen Konter zu fangen. Aber so ein Risiko gehört zum Fußball dazu und schlimmer als gegen Dortmund kann es eh nicht mehr kommen. Mit Meyer lässt Di Mateo das vielleicht grösste Schalker Talent viel zu oft auf der Bank versauern. Das zu ändern, könnte mir den Spaß am Schalker Spiel langsam zurückbringen – selbst wenn es grundsätzlich defensiv bleibt.

Zwei schöne Texte zu Max Meyers aktueller Situation auf Schalke finden sich auch bei unseren Kollegen von der „WAZ“:

Di Matteos fatales Signal an Schalke-Talent Max Meyer
Wie sehr sich Schalke-Talent Max Meyer verändert hat

 


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