Horst Heldt: „Müssen unser Saisonziel korrigieren“

Cheftrainer Roberto di Matteo hatte vor dem Spiel gefordert, mit geschickten Spielverlagerungen den kompakten Defensivverbund der Breisgauer zu knacken. Das fand beim erschreckend schwachen 0:0 gegen den SC Freiburg aber kaum statt. Di Matteo:

„Wir haben in der ersten Halbzeit zu langsam gespielt. Freiburg stand mit vielen Spielern hinter dem Ball. Da hatten wir nicht genügend Bewegung in unserem Spiel. So kann man dann auch nicht die nötigen Räume finden.“

Roberto di Matteo

Roberto di Matteo. Bild: Gerd Krause Sportfotos

Horst Heldt ergänzt:

„Wir waren zu statisch, vor allem in der ersten Halbzeit, teilweise auch in der zweiten. Unabhängig davon, dass Freiburg es sehr gut gemacht hat, hätten wir noch mehr die Initiative ergreifen und deutlich flexibler agieren müssen. Wenn man das nicht macht, ist man leicht ausrechenbar und kommt nicht zu vielen Torchancen. Deswegen haben wir uns nur wenige Möglichkeiten herausgespielt.“

In der zweiten Hälfte zeigte Schalke mehr und kam auch zu Chancen. „Wir hatten 21 Torschüsse, von denen sind aber nur sechs auf den Kasten geflogen. Man braucht mehr zwingende Möglichkeiten, um als Sieger vom Platz zu gehen“, zeigte sich Di Matteo enttäuscht.

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Schalke bleibt seit Beginn der Rückrunde deutlich unter seinen Möglichkeiten in der Offensive. Huntelaar und Choupo-Moting trafen in 2015 noch gar nicht. Neun Schalker Tore in 11 Spielen sind einfach zu wenig. Zudem konnte Schalke seit drei Spielen gar nicht mehr treffen. Man muss also kein Experte sein, um festzustellen, dass es auf Schalke aktuell akut an der Offensive hapert.

Das sieht „RDM“ auch so, wenn er zu Protokoll gibt: „Wir müssen unser Offensivspiel verbessern und mehr Torchancen kreieren. Wir müssen definitiv mehr nach vorne machen, um Spiele zu gewinnen.“ Einzig: es scheint ein funktionierendes Rezept zu fehlen, wie das gelingen soll.

Während Joel Matip nach dem 0:0 gegen Freiburg noch der Meinung war, dass es an der Einstellung der Spieler nicht gelegen haben konnte („Habe Verständnis für die Reaktion der Fans, auch wenn es von außen häufig eine andere Wahrnehmung ist als auf dem Spielfeld. Unser Bemühen war auch heute deutlich erkennbar, es hat aber nicht gereicht.“), fand Benedikt Höwedes klare Worte:


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„Wir hätten den Sieg heute nicht verdient gehabt. Es läuft momentan nicht flüssig bei uns. Insgesamt mussten wir mehr abliefern, das haben wir nicht getan. (…) Wir müssen daran hart arbeiten, um künftig wieder dominanter aufzutreten. Der Zug nach oben ist abgefahren. Leverkusen und Mönchengladbach haben dreifach gepunktet. Wir müssen uns darauf konzentrieren, die Europa League zu erreichen.“

Horst Heldt. Bild: Gerd Krause Sportfotos

Horst Heldt. Bild: Gerd Krause Sportfotos

Zumindest in diesem Punkt ist auf Schalke nun bitterer Realismus eingekehrt. Di Matteo: „Ein Platz unter den ersten Vier ist jetzt unrealistisch. Den Rückstand aufzuholen, wird wohl nicht mehr möglich sein.“

Horst Heldt:

„Wir müssen unser Saisonziel jetzt korrigieren und zusehen, dass wir die Teilnahme an der Europa League sichern. Wir sind in den verbleibenden Partien gefordert und werden alles daran setzen, in der nächsten Spielzeit international vertreten zu sein.“

Über Redaktion (1089 Artikel)
Moritz Nolte ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.

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