Der Focus erklärt Schalke. Oder: „Wenn Pinguine übers Fliegen schreiben“

Sehr geehrter Herr Albert Linner, liebe Sportredaktion von Focus-Online,

ich nehme befremdet Bezug auf den Artikel bzw. Meinung zu den Vorkommnissen und der Situation auf Schalke vom 18.05.2015 . So würde eine sicherlich formale Ansprache lauten, nach dem Genuss dieses sportjournalistischen Husarenstückes.

Doch da wir ja im Ruhrgebiet eine direkte und ehrliche Ansprache nutzen, wähle ich eine andere Formulierung: „Hömma, wat war dat denn? Nix war dat, oder?“

Nicht nur, dass in diesem Artikel für Fußballdeutschland wieder mit dem klischeehaften Bild des zwangsweise theatermachenden und niveaulosen Chaosfans des S04 gespielt wird. Die typischen Boulevardverbalpatronen der Kategorie „Hass-Plakate“ werden natürlich auch bedient. Neee, das ganze geflickschusterte Konstrukt wird noch gewürzt mit platten Kausalketten und einer Beurteilung der Situation auf Schalke, die wirklich vor einer Sache trieft: Ahnungslosigkeit.

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Ahnungslosigkeit von der Fanlandschaft, der Entwicklung der Situation, dem  Zusammenhang, den Strukturen, der Schalker und Schalke.

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Der Römer nutzte gerne die Floskel: „Si tacuisses, philosophus mansisses!“ Für die Menschen ohne großem Latinum ein kleiner Tipp:  Dieter Nuhr hat diesen Spruch zwar kreativ, aber nicht weit weg von der Bedeutung ins Deutsche übersetzt.

Gleichzeitig hege ich aber noch das letzte Fünkchen Hoffnung, dass dieser Artikel gar nicht ernst gemeint ist, sondern nur aus dem Zwang heraus entstand, einfach mal was Doofes zu schreiben und durch Polarisierung entsprechende Aufmerksamkeit zu generieren.  Oder Sie lachen sich heimlich kaputt, dass so blöde Schalker wie ich sich über sowas berechtigt aufregen.

Ich werde mich jetzt jedenfalls nun an einen Boulevardtext über die Sexualpraktiken des Hängebauchschweins bei Vollmond versuchen. Habe ich zwar auch keine Ahnung von, aber vielleicht wird ja ein Talentscout vom Focus auf mich aufmerksam.

Glückauf,

Stefan Sablotny