0:3 – Schalke 04 schlägt sich in Wolfsburg unter Wert

Schalke-Trainer André Breitenreiter sprach im Vorfeld der Partie gegen den VfL Wolfsburg von einer „brutalen Qualität“, die der VfL auf jeder Position habe. Eine entsprechend etwas defensiver ausgerichtete Startelf schickte Breitenreiter ins Spiel.

Kurz vor dem Spiel hatte Wolfsburg zwei seiner Leistungsträger abgeben müssen: Kevin De Bruyne und Ivan Perisic standen kurz vor ihrem Abschied aus Wolfsburg und standen nicht mehr im Kader. Ein Vorteil für Schalke?

André Breitenreiter stellte auf vier Positionen um: Leroy Sané, Sascha Riether, Dennis Aogo und Sead Kolasinac rückten in die Startformation. In Breitenreiters 4-2-3-1 begann Sané auf der linken Mittelfeldseite, Julian Draxler spielte auf der 10.

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Schalke 04 gegen Wolfsburg III

Aber Schalke begann nervös und brachte keine Ruhe ins eigene Spiel. Auch wegen der eigenen hohen Fehlerquote brachte S04 zunächst keinen vernünftigen Spielaufbau zustande. Eigene Chancen: Fehlanzeige.

Wolfsburg dagegen begann stark und war klar überlegen. Vor allem auf der rechten Seite ging viel über Christian Träsch und Vieirinha. Leroy Sané war in der Defensive schlicht schwach – arbeitete nach hinten kaum mit, agierte ohne Biss und viel zu passiv.

Starke Wolfsburger kommen über rechts

Klaas-Jan Huntelaar wollte kein Tor gelingen. Bild: Gerd Krause Sportfotos

Klaas-Jan Huntelaar wollte kein Tor gelingen. Bild: Gerd Krause Sportfotos

Etwa in der 18. Spielminute. Christian Träsch wurde auf der linken Schalker Abwehrseite nicht angegangen und konnte völlig frei flanken. Im Fünfmeter-Raum stand Bas Dost zwischen Roman Neustädter und Joel Matip völlig frei und konnte volley einnetzen.


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Nach vorne war Sané aber der erhoffte Impuls. Eine Minute nach dem Gegentor schickte Julian Draxler mit einem feinen öffnenden Pass Sead Kolasinac auf der linken Außenbahn. „Kola“ brachte den Ball zu Leroy Sané an der Strafraumgrenze – dessen Ball aber geblockt wurde.

Das war die dringend benötigte Inititalzündung: S04 wurde jetzt (endlich) besser. In der 27. Spielminute kam erneut Sané zum Schuss, aber wieder geblockt! Nur zwei Minuten später war das Spiel gekippt: Eric Maxim Choupo-Moting passte schön in die Mitte des Strafraums zu Klaas-Jan Huntelaar, der den Ball aber nur über das Tor schlenzen konnte.

André Breitenreiter schien in der Pause die richtigen Worte gefunden zu haben. Schalke startete engagiert in Halbzeit zwei. Sogar Johannes Geis, an dem die erste Halbzeit völlig vorbei gelaufen war, machte auf sich aufmerksam: Sein Verlegenheitsschuss ging aber knapp am Tor vorbei [47.]. Sollte der Neuzugang aus Mainz jetzt aufdrehen? Kurze Antwort: nein.

Schwach verteidigte Eckstöße

Schalke hatte jetzt zwar die Oberhand gewonnen, wurde aber kalt erwischt. Wolfsburg überraschte die Knappen mit einer flach getretenen Ecke. Luiz Gustavo kam völlig frei an den Ball – und wurde von Sead Kolasinac umgesenst. Den völlig berechtigten Elfmeter verwertete Ricardo Rodriguez in der 59. Spielminute zum 2:0.

Nur zwei Minuten später verteidigte S04 die nächste Ecke geradezu dilletantisch. Dieses Mal stand Timm Klose völlig frei und sorgte per Direktabnahme für das 3:0 – die Entscheidung.

Breitenreiter korrigierte zwischenzeitlich wieder auf ein 4-4-2 mit Franco di Santo für Eric Maxim Choupo-Moting, Leon Goretzka für Leroy Sané und Max Meyer für Julian Draxler. Allein: die Änderungen kamen zu spät.

Fazit

Schalke schlägt sich heute deutlich unter Wert. Trotzdem waren die Gründe für Schalkes Niederlage heute vielfältig und allesamt hausgemacht. Schalkes linke Abwehrseite bekam zu keiner Zeit die beiden Wolfsburger Aktivposten Christian Träsch und Vieirinha in den Griff, die zusammen für 58% aller Angriffe verantwortlich zeichneten. Das 1:0 war dieser Tatsache geschuldet. Zudem ließ sich Schalke zwei Mal völlig unnötig bei – das muss man sagen – kreativ geschossenen Eckstößen übertölpeln. Vorne blieb Johannes Geis ohne Zugriff auf das Spiel und auch Julian Draxler konnte das Spiel nicht entscheidend lenken.

Vor dem Spiel hatte André Breitenreiter noch gefordert, dass Schalkes Stürmer mehr mit guten Bällen gefüttert werden müssen. Bei nur 44% Ballbesitz erarbeitete sich Schalke mit 12:9 heute immerhin das bessere Torschuss-Verhältnis. Klaas-Jan Huntelaar hatte allein heute drei gute Möglichkeiten, treffen konnte er – wie seine Mannschaftskollegen – aber nicht. Das wäre natürlich eine Grundvoraussetzung für einen Sieg gewesen…

Mit Mainz, Stuttgart, Frankfurt, dem Hamburger SV, sowie dem 1. FC Köln und Hertha BSC folgen nach der Länderspielpause Gegner, bei denen S04 durchaus einige Punkte holen kann!

Über Redaktion (1088 Artikel)
Moritz Nolte ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.

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