Der Abstieg des Kevin-Prince Boateng

Der Wechsel von Kevin-Prince Boateng zum FC Schalke 04 kurz vor Transferschluss der letzten Saison war eine faustdicke Überraschung. In Dortmund war man ein wenig verschnupft, hatte man doch nach Boatengs Intermezzo 2009 in Dortmund gehofft, erster Ansprechpartner in der Bundesliga für KPB zu sein. Und auf Schalke hatte man endlich den dringend benötigten Leitwolf im Mittelfeld. Die Kurve des einstigen Superstars sinkt nach starkem Beginn 2013/2014 allerdings erschreckend stetig.

Kevin-Prince Boateng. Foto: Gerd Krause Sportfotos

Kevin-Prince Boateng. Foto: Gerd Krause Sportfotos

Kevin-Prince Boateng erwies sich Mitte 2013 sofort als Führungsspieler par excellence – und auch spielerisch als echte Verstärkung. Auf und außerhalb des Platzes übernahm er gleich Verantwortung und die Rolle des Platzhirschen. In seinen ersten fünf Ligaspielen schoss der Ghanaer drei Tore. Doch schon bald war´s vorbei mit der anfänglichen Euphorie. Während der defensive Mittelfeldspieler beim AC Milan immer wieder für einen Geistesblitz gut war, impulsiv und torgefährlich spielte, wirkte er im Dress des FC Schalke 04 zunehmend nicht 100%-ig fit. Zudem enttäuschte er – wie die gesamte Mannschaft – insbesondere in der schwachen Hinrunde vor allem gegen die Top-Teams.

Am Ende seiner ersten Saison bei Königsblau hatte Kevin-Prince Boateng trotz nicht enden wollender Gerüchte um ein vermeintlich kaputtes Knie immerhin 28 Spiele gemacht und 6 Tore erzielt, sowie 4 Vorlagen beigesteuert. Nach versöhnlichen Leistungen vor allem in den letzten Spielen der Saison 2013/2014 verzeichnete er einen „Kicker“-Notenschnitt von immerhin 3,5.

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In dieser Saison zeigt die Leistungskurve von KPB deutlich nach unten. Hinzu kam etwas Verletzungspech, weshalb er in den Top-Spielen gegen Bayern München und Bayer Leverkusen fehlte. Ist es lediglich ein länger anhaltendes Formtief oder steckt mehr dahinter? Boateng wirkt alles andere als fit, trottet häufig lustlos wirkend über den Platz – und seine Ansagen in den Medien sind auch weniger geworden. Der vermeintliche Leitwolf Boateng meldet sich erschreckend selten zu Wort.

Die schwache Leistungsfähigkeit des 27-Jährigen lässt sich gut anhand seiner Statistiken ablesen. In dieser Saison konnte Boateng bis auf einen mickrigen Assist beim DFB-Pokal-Aus in Dresden keinen einzigen Scorerpunkt sammeln. Und während der Mittelfeldspieler letzte Saison im Schnitt in jedem Spiel mindestens einen Schuss aufs Tor brachte, sind es in dieser Saison null Schüsse. Kam Boateng in der letzten Saison noch auf immerhin 30 Torschussvorlagen, so sind es aktuell in der Liga ganze 2. Noch deutlicher wird der sportliche Absturz Boatengs, wenn man sich die Spielnoten anschaut: ein aktueller „Kicker“-Notenschnitt von 4,75 (!) bedeutet einen Absturz im Vergleich zur Vorsaison um gewaltige 1,25.

Unter Roberto di Matteo blitzte kurzzeitig ein motivierterer Boateng auf. Momentan droht er allerdings das Vertrauen von di Matteo zu verspielen, der zum Start seiner Amtszeit auf Erfahrung im Team setzte und Boateng Youngster Max Meyer vorzog. Nun könnte Boateng, der Schalke 2016 ablösefrei verlassen könnte, seinen Stammplatz auf der 10 an Youngster Max Meyer verlieren. Es würde nicht überraschen.

Update 12.11.2014: Kevin-Prince Boateng hat sich gegenüber „Sport Bild“ zu seiner bisherigen Hinrunde geäußert:


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„Ich bin nicht bei 100%“, gibt Kevin-Prince Boateng in der „Sport Bild“ zu Protokoll. Nach einer Entzündung im Knöchel und einer anhaltenden Bänderdehnung habe sich der Nationalspieler Ghanas über Wochen hinweg fit spritzen lassen, da er nach Eigenaussage der Mannschaft unbedingt helfen wolle. „Meine Hinrunde ist absolut nicht zufriedenstellend“, so der 27-Jährige, der sich zudem genervt über die Positions-Diskussion zeigte, ob er nun als Sechser oder Zehner auflaufe. „Ich spiele da, wo der Trainer mich aufstellt“.
via ligainsider.de


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Über Redaktion (1059 Artikel)
Moritz Nolte ist Journalist und Blogger. Außerdem Vereinsmitglied und Dauerkartenbesitzer beim FC Schalke 04.

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